Lorenz Raab:XY Band präsentiert „Hyperdrive“

Lorenz Raab:XY Band zählt ganz ohne Zweifel zu den interessantesten Formationen der heimischen Jazzlandschaft. Und das nicht nur ihrer höchst originellen instrumentalen Besetzung. Die Art und Weise mit welcher der bereits mehrfach ausgezeichnete Trompeter es gemeinsam mit seinen Kollegen Christoph Dienz, Oliver Steger, Matthias Pichler und Herbert Pirker das weite Feld des Jazz zu interpretieren weiß, kommt der ganz hohen musischen Kunst sehr nahe. Nach längerer Zeit wieder einmal auf der Bühne zu sehen, ist das außergewöhnliche Quintett am 9. Dezember im Salzburger Jazzit. Mit im Gepäck hat die innovative Truppe das im Oktober erschienene neue Album „Hyperdrive“ (JAZZ’n’ARTS).

Lorenz Raab ist in der Tat kein an einem einzigen Musikstil festzumachender Instrumentalist. Wer seine unterschiedlichen Projekte kennt, unter anderem BLEU oder das Oktett Zoé, der weiß, hier ist ein Mann am Werken, dessen Musikverständnis weit über die herkömmlichen Definitionsmuster hinausreicht. Was den umtriebigen, 1975 in Linz geborenen Trompeter vor allem auszeichnet, ist sein Wille, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Der Solotrompeter in der Volksoper liebt es, sich in Dingen zu versuchen, die nicht dem traditionellen Rahmen entsprechen. Und da schließt sich auch der logische Kreis zu seiner :XY Band. In der stehen dem in seinem Spiel ungemein facettenreich agierenden Instrumentalisten mit Christoph Dienz (Zither), Oliver Steger (Bass), Matthias Pichler (Bass) und Herbert Pirker (Schlagzeug) vier Musiker zur Seite, die dieselben klanglichen Visionen teilen, die in ihrem Tun, wie Raab auch, die bekannten Muster über Bord werfen.

Und genau dieses Grenzgängertum, dieses sich von allen Begrifflichkeiten Lösen ist es auch, welches das neue Album „Hyperdrive“ bestimmt. Lorenz Raab und seine Mitstreiter entwerfen einen Gesamtsound, wie er vielschichtiger und facettenreicher kaum sein kann. Was natürlich auch auf  ungewöhnliche Instrumentierung des Quintetts – Trompete, Zither, zwei Kontrabässe und Schlagzeug – zurückzuführen ist. Eine ungemein kraftvolle, stets treibende Rhythmik, der aus dieser entstehende Groove, in Verbindung mit den darübergelegten elektronisch verfremdeten Zitherklänge und dem melodiösen und sehr variantenreiche Trompetenspiel lassen ein ungemein buntes Klanggemälde entstehen, das schlicht fasziniert. Und das ganz ohne irgendeine Kopflastigkeit. Die Stücke fließen einfach, entfalten sich und eröffnen Räume. Vor allem auch für die Musiker selbst, die diese vortrefflich zu nutzen wissen.
 
Mit „Hyperdrive“ unterstrichen der Trompeter und seine Mitstreiter einmal mehr eindrucksvoll, dass sie den Begriff des Jazz immer wieder neuartig zu deuten verstehen. Und genau das macht Lorenz Raab:XY Band auch so einzigartig. (mt)

 

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