Bild Leyya
Leyya (c) Meyrem Bulucek

LEYYA – SAUNA

Das oberösterreichische Duo LEYYA befindet sich derzeit im Spagat zwischen sympathischem Geheimtipp für KennerInnen und dem nächsten großen österreichischen Pop-Export. Dieses Zwischenstadium dürfte jetzt allerdings wirklich bald beendet sein: Nach den Hitsingles „Superego“ und „Butter“ sowie dem FM4 AWARD bei den AMADEUS AUSTRIAN MUSIC AWARDS 2017 folgen auf dem zweiten Album „Sauna“ (Las Vegas Records) die nächsten Hits, die den Senkrechtstart weiter unterstützen dürften!

Das Intro des Albums macht per englischem Nachrichten-Sample unumwunden klar, was der Anspruch der Band ist: mehr Anerkennung in der Pop-Welt, und das auch im Ausland. Die Zeichen dafür stehen gut, wenn man sich die beiden darauffolgenden Single-Auskopplungen anhört. „Drumsolo“ verhilft nicht nur dem vielfach ans hintere Ende der Wahrnehmung verfrachtetem Instrument zu etwas mehr Aufmerksamkeit, sondern liefert sogleich den ersten Ohrwurm inklusive virtuosen Schlagzeug-Breaks im Mittelteil, der den restlichen Song regelrecht anstachelt. Das Erfolgsrezept haben LEYYA nicht verändert, und das mussten sie auch nicht: catchy Synthesizer-Hooklines, Kopfnick-Beats und die melancholische Charakterstimme von Sophie Lindinger. „Zoo“ wartet dann auch schon mit dem nächsten Chorus auf, der sowohl zum Tanzen als auch zum Mitsingen einlädt. Die Leichtigkeit, mit der sich LEYYA immer wieder Synthesizer-Melodien aus dem Ärmel schütteln, die sich in ihrer Eingängigkeit nur mit den sich ebenso sofort einprägenden Gesangslinien messen müssen, ist wahrlich bemerkenswert.

Catchy Hooks und Tanzbare Beats

Albumcover Sauna
Albumcover “Sauna”

Obwohl das Erfolgsrezept weitestgehend beibehalten wurde, hat das Duo seinen Sound doch auch verändert und hat ein paar Überraschungen parat. In manchen Songs bewegt man sich näher am Reggae als am teils druckvollen Trip-Hop des ersten Albums, so versprüht etwa „Oh Wow“ andere Vibes, als von LEYYA im ersten Moment zu erwarten wäre. Auch bezüglich der transportierten Stimmung haben Melancholie und Hoffnungslosigkeit ihre absolute Vormachtstellung verloren, da sich LEYYA um einiges bunter geben und mitunter positive Stimmung versprühen – wie zum Beispiel in „Heat“. Dass es ein Regenbogen auf das Cover des Albums geschafft hat, ist da nur passend. Die kreative Instrumentierung der Songs inklusive Percussion, Bläser und klarerweise mannigfaltigen elektronischen Sounds tragen ebenfalls zu einer ausgewogenen Vielfalt des Albums bei. Nichtsdestotrotz wird in anderen Songs des Zweitlings die grüblerische Seite der menschlichen Emotionspalette umso ausgiebiger ergründet: „We Did OK“ stellt die wunderbaren Vocals von Sophie Lindinger ins Rampenlicht, gibt sich in der Instrumentierung reduziert und regt dadurch umso mehr zum Schwelgen und Sinnieren an. Das funktioniert auch deshalb so gut, weil die Produktion des Albums absolutes Topniveau vorzuweisen hat, wofür sich mit Marco Kleebauer ein Teil der Band selbst verantwortlich zeichnet.

Immer wieder drängen sich beim Anhören von „Sauna“ Vergleiche zu den britischen Indie-Stars von The xx auf. LEYYA agieren mit einer ähnlich unaufgeregten Verspieltheit, aber großem musikalischen Können und haben durch die Charakterstimme ihrer Sängerin einen hohen Wiedererkennungswert. Marco Kleebauer und Sophie Lindinger befinden sich am Puls der Zeit, haben die richtigen Songs für ihr zweites Album geschrieben und werden mit „Sauna“ unweigerlich ihre Popularität in der Pop-Welt weiter nach oben schrauben.

Sebastian J. Götzendorfer

Leyya – live:
31. 01. – Posthof, Linz (AT) – Album-Release-Show
01. 02. – GrooveStation, Dresden (DE)
02. 02. – Milla, München (DE)
03. 02. – Staatstheater, Darmstadt (DE)
18. 02. – NEST, Gent (BE)
19. 02. – Sugarfactory, Amsterdam (NL)
20. 02. – FZ W, Dortmund (DE)
22. 02. – Häkken, Hamburg (DE)
23. 02. – Lido Berlin, Berlin (DE)
24. 02. – Club Stereo, Nürnberg (DE)
25. 02. – Täubchenthal, Leipzig (DE)
13. 03.–17. 03. – SXSW, Austin (US)

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Las Vegas Records