Leicht über Linz, Festival aktueller Musik

LEICHT ÜBER LINZ. FESTIVAL AKTUELLER MUSIK

Mit zahlreichen Konzerten, Vorträgen und Performances von Studierenden, Absolvent*innen, Professor*innen und internationale Gästen widmet sich das Festival Aktueller Musik in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik Oberösterreich und in Kooperation mit Rubble Master dem Musikschaffen der Gegenwart.

5 TAGE, 30 URAUFFÜHRUNGEN. SPANNENDE EINBLICKE IN DIE PRODUKTION NEUER KLÄNGE

Als Gäste im Rahmen des Festivals konnten die Neuen Vocalsolisten Stuttgart gewonnen werden, die sich vor allem als Forscher und Entdecker zeitgenössischer Musik verstehen. In der Recherche nach neuen Klängen, Stimmtechniken und vokalen Ausdrucksformen arbeiten sie regelmäßig mit arrivierten und jungen Komponist*innen zusammen und haben durch ihr Interesse am Musiktheater das Genre des vokalen Kammer-Musik-Theaters geprägt. Außerdem zu Gast ist das experimentelle composer-Duo nimikry, die klassisches Instrumentarium mit technischen High End Lösungen kombinieren und Uraufführungen von Studierenden präsentieren. Composer in Residence ist in diesem Jahr die Südtirolerin Manuela Kerer, deren Arbeit von der ständigen Suche nach neuen Klängen, Überraschungen und Herausforderungen geprägt ist. Neben Masterclasses wird sie einen Vortrag beim Symposium „Die Stimme in der aktuellen Komposition“ (04.12.) halten. Außerdem wird ein Werk Manuela Kerers von den Neuen Vocalsolisten Stuttgart am 3.12. zur Uraufführung gebracht.

Insgesamt stehen an den 5 Festivaltagen rund 30 Uraufführungen am Programm, die einen spannenden Einblick in das kompositorische Schaffen und die instrumentale Aufführungspraxis der aktuellen Musikproduktion bieten.

FESTIVALERÖFFNUNG BEI RUBBLE MASTER. NEUE MUSIK IN INDUSTRIELLER FERTIGUNG

Zur Eröffnung halten geballte neue Klänge Einzug in die Fertigungshallen von Rubble Master und legen eine Soundlandschaft im industriellen Raum frei, in der Besucher*innen neue Wege der Interaktion von Musik, Bild und (Fertigungs-)Raum durchschreiten. Unter dem Titel „jim@work“ (kuratiert von Robert Pockfuß) nehmen die performativen Arbeiten von Studierenden des Instituts für Jazz und Improvisierte Musik in verschiedenen Stationen konkret Bezug zu Arbeitsumgebung und Automatisierung, um das Publikum schließlich in eine Kaskade aus Audioquellen eintauchen zu lassen, die es in die orchestralen Klangwelten der Neuen Musik überführt:

So interpretiert als besonderes Highlight um 19:30 Uhr das Symphonieorchester der Bruckneruniversität unter der Leitung von Christoph Cech Uraufführungen von Studierenden des Instituts für Komposition, Dirigieren und Computermusik, deren Werke auf ganz individuelle Art die Welt reflektieren und so einen spannenden Querschnitt zeitgenössischen Kompositionsschaffens abseits herkömmlicher Bühnenbegrenzung in industrieller Fertigung präsentieren.

ERÖFFNUNG am 30. November, 18:00 Uhr, Rubble Master (Im Südpark 196, 4030)

Eintritt frei – begrenztes Kartenkontingent für die Eröffnungsveranstaltung – Teilnahme nur nach Anmeldung unter veranstaltungen@bruckneruni.at möglich.

SOUNDPAINTING – SONIC DANCE & MUSIC. BOILERROOM

„Sonic dance & music“ sind die Schlagwörter des diesjährigen von Hannes Löschel kuratierten Boilerroom: ein Klanglabor, an dem Studierende des Institute of Dance Arts auf Live-Elektronik und das Bruckneruni Soundpainting Collective trifft. Letzteres ist ein von Milly Groz und Tobias Pöcksteiner geleitetes Ensemble, das unterschiedliche Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Musik und Bewegung erforscht und improvisiert. Alle Akteur*innen agieren und reagieren dabei immer auf die Zeichen der Soundpainter und kreieren mit den Kompositionen in Echtzeit eindrucksvolle Klang- und Bewegungsmomente.

BOILERROM am MO 02. Dezember, 18:30 Uhr, Sonic Lab

NEUE WEGE DER VOKALEN AUSTRUCKSFORMEN. NEUE VOCALSOLISTEN STUTTGART

Die Konzert- und Opernsolisten, vom Koloratursopran über den Countertenor bis zum schwarzen Bass, verstehen sich vor allem als Forscher und Entdecker. Um dem Neuen den Weg zu bereiten, arbeiten die Neuen Vocalsolisten regelmäßig mit arrivierten und jungen Komponist*innen zusammen in der Recherche nach neuen Klängen, Stimmtechniken und vokalen Ausdrucksformen. So entstand im Laufe der letzten 20 Jahre ein reiches, hochvirtuoses und weltweit einzigartiges Repertoire vokaler Kammermusik.

Dabei bewegen sich die Neuen Vocalsolisten insbesondere auf dem Terrain des gegenwärtigen Musiktheaters, das mehr denn je durch elektronische Medien, Video- und Konzeptkunst geprägt ist. Interdisziplinäre Diskurse gehören daher selbstverständlich zur Arbeit des Ensembles. Bildende Kunst, Literatur, Film und performative Formate sind darin ebenso einbezogen wie Bezüge zu traditioneller Musik. Vor diesem Hintergrund haben die Neuen Vocalsolisten das Genre des vokalen Kammer-Musik-Theaters nachhaltig geprägt.

An zwei Terminen (03.12. und 04.12.) konzertieren sie im Rahmen des Festivals, wo sie neben Uraufführungen von Linzer Studierenden auch Highlights ihres Repertoires vorstellen:

NEUE VOCALSOLISTEN STUTTGART I am DI 03.12., 19:00 Uhr, Kleiner Saal
NEUE VOCALSOLISTEN STUTTGART II am MI 04.12., 19:30 Uhr, Kleiner Saal

Die beiden Konzerte werden von einem Symposium „Die Stimme in der aktuellen Komposition“ flankiert, in dem unter anderen die Philosophin Violetta Waibel und der Intendant des Landesmusiktheater Linz, Hermann Schneider, sprechen werden.

SYMPOSIUM: Die Stimme in der aktuellen Komposition am MI 04.12. 11:00 – 16:30 Uhr, Sonic Lab

MUSIKALISCHE AUFHEBUNG VON RAUM UND ZEIT. NIMIKRY

Nimikry ist ein experimentelles composer-performance Duo, das mit selbst entworfenen, erweiterten Instrumenten arbeitet. Das musikalische Projekt umfasst verschiedene Disziplinen und kombiniert sie zu einem neuen Format: vom Konzert bis zum Live-Jam, vom generativen Umfeld bis zu Klangskulpturen, vom Live-Set bis zum künstlerischen Remix setzen der polnische Bratschist Rafal Zalech und der italienische Flötist Alessandro Baticci setzen keine Grenzen in Bezug auf Zeit, Bedingungen oder Rahmen.

Beim Festival Aktueller Musik „Leicht über Linz“ gastiert das Duo mit Uraufführungen von Studierenden.

NIMIKRY am DI 03.12. 20:30 Uhr, Sonic Lab

UNDOGMATISCHER ZUGANG ZU ZEITGENÖSSISCHER MUSIK. RALPH MOTHWURF ORCHESTRA

Das „Ralph Mothwurf Orchestra“ präsentiert sein erstes Programm: Das 22-köpfige Ensemble setzt sich aus Profimusiker*innen zusammen, die sowohl im Jazz als auch in der zeitgenössischen Moderne verwurzelt sind. Vor diesem Hintergrund widmet sich Mothwurf in seinen Kompositionen der Verschmelzung von Improvisation und komplexer Klangarchitektur, wobei er eine Musik webt, die sich vor beiden Kulturen verneigt und es versteht, sie schlüssig zusammenzuführen. Im Rahmen des Festivals werden Werke des Komponisten Ralph Mothwurf zur Uraufführung gebracht.

RALPH MOTHWURF ORCHESTRA am DO 05.12. 19:30 Uhr, Kleiner Saal

WEITERE HIGHLIGHTS

AN DIE ÄRSCHE. QUER- & KREUZGEDACHTE HIRTENBRIEFE & ANDERE HAUSMITTEILUNGEN
EINE HOMMAGE: KLANGTEXTUREN NACH ELFRIEDE GERSTL (1932-2009)
abpu_composer_orchestra & gäste : directed by renald deppe Kuratiert von Renald Deppe
MO 02.12. 21:00 Uhr, Kunstuni Linz: Cafeteria Frédéric

BÖGEN LINIEN FLÄCHEN AUGEN
Uraufführungen von Rudolph Jungwirth, Till Alexander Körber, Bernd Preinfalk und Michael Hazod
Judith Ramerstorfer (Sopran), Andrej Serkov (Bayan), Bertin Christelbauer (Violoncello)
DO 05.12. 18:00 Uhr, Sonic Lab

Link:
Leicht über Linz – Anton Bruckner Privatuniversität