Komponistenporträt: Thomas Pernes (3)

Am 22. Jänner geht in der Alten Schmiede in Wien der mittlerweile dritte Teil der Gesprächskonzert-Reihe von Komponist Thomas Pernes über die Bühne. Richtete sich der künstlerische Fokus bisher auf die Musiktheaterproduktionen von Pernes, sowie auf dessen Streichquartette I und V,  ist es nun ein vielschichtiges „Stimmen“-Programm, welches zur Aufführung gebracht wird. Präsentiert werden an dem Abend Stimmen – Drei Lieder für Bariton und Klavier, Ausschnitte aus dem Werk Voices sowie drei Lieder aus Eine Winterreise. Gesangliche Unterstützung erhält Thomas Pernes, der diesmal hinter dem Klavier Platz nehmen wird, von Kimiko Hagiwara (Sopran).

Thomas Pernes schlüpfte in seiner Karriere nicht selten in die Rolle eines Innovators und leistete mit seinem facettenreichen und vielschichtigen Schaffen im Bereich der Neuen Musik oftmals Pionierarbeit. Als ein Komponist, der sich seit je her historisch tradierten Musikdefinitionen und stilistischen Kategorisierungen verweigerte, war der im Jahre 1956 geborene Wiener stets bestrebt das klangliche Spektrum seiner Musik und Werke mit Mitteln der Avantgarde und Improvisation zu erweitern. Noch lange bevor der Begriff „crossover“ überhaupt geboren war, integrierte Thomas Pernes Elemente anderer Musikströmungen, wie etwa aus der Volksmusik, dem Jazz und der Elektronik, in seine vielschichtigen Werke. Eine Methodik, welche sich bis heute nicht verändert hat.

Mit dem in der Alten Schmiede zur Aufführung gebrachten Programm „Stimmen“ unterstreicht Thomas Pernes einmal sein enorm weit gefasstes Spektrum an klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten. Alle zu Gehör gebrachten Stücke unterschieden sich in ihrer Art. „Von den dicht strukturierten Drei Liedern wird der Hörer in die Vereinsamung des Klanges in den Liedern aus Eine Winterreise geführt. Hier erforscht er die Klangwelt Schuberts mit ihren Klangmetaphern für “die Reise in den Winter des Herzens”. In Voices öffnet sich die Diktion in konkrete Bereiche der Stimmgestaltung: Sprechstimmen suchen Plätze, Erinnerungen, Begebenheiten …“. (mt)

Foto Thomas Pernes: Didi Sattmann

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