20. KlezMORE Festival Vienna

Diesen November darf – und wird! – in Wien tatsächlich die 20. Ausgabe des KlezMORE Festivals (4. – 19. 11. 2023) gefeiert werden! Was abermals die Beständigkeit, aber auch die Beweglichkeit und Flexibilität der Kulturarbeit von Friedl Preisl unter Beweis stellt, oder wie er es wahrscheinlich formulieren würde, die Nachhaltigkeit derselben.

Dabei darf aus dem organisatorischen Innenleben des Festivals berichtet werden, dass sich der unermüdliche Kulturvermittler und -Veranstalter Preisl, der unseren Planeten schon über ein Dreivierteljahrhundert bereichert, ähnlich wie bei seinen anderen wohlgelittenen Wiener Festival-Formaten Akkordeonfestival und Der Musikalische Adventkalender, zunehmend auf Kernbereiche zurückzieht, während Strukturelles und anderes mehr in die kundigen und engagierten Hände von Franziska Hatz und  Lisa Reimitz-Wachberger gewandert ist, mit Blick in die Zukunft wird auch versucht werden, programmatische Unterstützung und Ergänzung zu finden.

Dabei schöpft Friedl Preisl heuer im Zeichen der erweiterten Klezmer-Kultur nach den schwierigen Jahren der Pandemie, mit ihren Absagen, Auf- und Verschiebungen, tatsächlich aus dem Vollen, hat ein überaus stimmiges, qualitativ hochstehendes Programm zusammengetragen, dass, wenn es denn die Zeit des werten und interessierten Publikums erlaubte, am besten als Ganzes genossen werden würde.

Was zwischen der Eröffnungsgala mit Timna Brauerund Ensemble (4.11., Stadtsaal), die nicht nur einen bekannten Namen trägt, sondern diesem auch von jeher einen eigenen künstlerischen Charakter verleiht, und der zweiten Abschlussgala mit demVienna KlezMORE Orchestra(19.11., Metropol) alles noch passiert, ist jeweils für sich auf viele Arten spannend und substantiell, bietet zahllose intellektuelle und sinnliche Impulse.

So sei etwa auf das Duo des wunderbaren Daniel Kahn, Stammgast des Festivals und einer der spannendsten Künstler der internationalen Klezmer-und-mehr-Szene mit seinem langjährigen Weggefährten Jake Shulman-Ment hingewiesen, im Doppelkonzert mit den nicht minder begeisternden Esther & The Shvester (9.11., Sargfabrik).

Eine absolute Empfehlung – wegen akuter Großartigkeit! – sei für das abermalige Zusammentreffen (2016 im Rahmen des KlezMORE erstmals heftig akklamiert!) des vielseitigen kanadischen Künstlers Socalledmit der Lungau Bigband (12.11., Theater Akzent) ausgesprochen und wenigstens so dringlich für die Amsterdam Klezmer Band (16.11., Metropol), wobei die von den niederländischen Könnern mit Garantie entfesselte Tanzlust nach dem Konzert weiter von DJ dunkelbuntam Kochen gehalten werden wird. Gleich zwei Orchester geben sich 2023 bei den beiden Abschlussgalas die Ehre, das Styrian Klezmore Orchestraum Moritz Weiss am 18.11. im Stadtsaal, und schon eingangs erwähnt, das Vienna Klezmore Orchestra, das dem Festival nicht nur dem Namen nach nahe steht … Der Wiener Jüdischer Chorerhebt am 5.11. im Lorely Saal unter der Leitung von Roman Grinberg seine Stimmen, die Steve Gander huldigt mit friends und Sistas Chor am 7.11. im Porgy & Bess dem großen Leonard Cohen, die multiinstrumentalen Shmaltz, Wahlheimat Berlin, dürfen wir am 11.11. im Lorely Saal mit ihrer Musik aus Malwonia herzlich begrüßen und und und …

Nicht zu vergessen die Zusatzangebote der Stummfilm-Matinee – jeweils sonntags 5.11., 12.11. & 19.11. (13.00 Uhr) im Filmhaus Kino Spittelberg –, der hochkarätigen Workshops im Österreichisches Volksliedwerk (5.11. & 12.11 jeweils 15.00-18.00 Uhr) und der Vienna Klezmer Session unter Leitung von Esther Wratschko, am 6.11. und 13.11. (jeweils 19.00 Uhr) im Kulturcafé Max, die das KlezMORE Festival substantiell ergänzen und verdichten.

Auf die nächsten 20!

(Text Rainer Krispel)

++++

Links:
KlezMORE Festival
KlezMORE Festival (Facebook)