Bild Katharina Klement
Katharina Klement (c) W. Krepper

KLANGRAUM KOLLEGIENKIRCHE: KATHARINA KLEMENT „verwirbelt“ Barockes

Der vom Salzburger Experimentalmusiker WERNER RADITSCHNIG initiierte „Klangraum Kollegienkirche“ widmet sich am Donnerstag, dem 21. Juni 2018 ab 20.30 Uhr erneut dem Generalthema „Zeitachsen Organum“. Auf dem Programm stehen dabei folgende Stücke: „Expansion/Kontraktion“ von ANESTIS LOGOTHETIS in der Version für Orgel von WERNER RADITSCHNIG und HANS JOSEF KNAUST sowie „Wirbel“ von KATHARINA KLEMENT, die das Stück in Salzburg auch selber live mit Klavier, Elektronik, Orgel aufführen wird.

Katharina Klement über ihr Stück: „Ausgangspunkt dieser Arbeit ist ein Grundgedanke des Barock, der lautet, dass die Beugung bzw. Falte als ‚elastischer Punkt‘ eine gerade Linie zur Kurve, zur Krümmung mit oszillierenden Zentren werden lässt, die letztlich in Spiralen, Turbulenzen, Wirbel mündet. Die Gerade wird zunehmend zum Labyrinth: stetige Richtungsänderungen in der zeitlichen wie spektralen Dimension, Spiegelungen und Projektionen lassen ‚Wucherungen’ in der Musik entstehen und diese mit dem barocken Kirchenraum, in dem Krümmung und Gerade eingeschrieben sind, in Verbindung treten. Orgel, Klavier und Elektronik verbinden sich wie einzelne Organe zu einem gemeinsamen Klangkörper. Die Orgel als ‚Lunge‘ wird mit experimentellen Klängen und Geräuschen, erzeugt durch Halbregistrierung als auch mit normalen bzw. traditionell erzeugten Klangvolumina agieren. Das Klavier, positioniert als Herzstück im Zentrum der Kirche unter der kreisrunden Kuppel, wird von der Komponistin im Inneren wie Äußeren bespielt. Die Elektronik arbeitet sowohl mit elektronisch generierten Klängen als auch mit Instrumentalaufnahmen von Orgel und Elektronik, die sie wie ein Verdauungsorgan transformiert.  

Durch die Positionierung von insgesamt 4 Lautsprechern werden eine vertikale und eine horizontale Achse gebildet. Die eingeschriebenen baulichen Maße bzw. Proportionen der Kirche bilden das formale Skelett der Arbeit, beispielsweise wird es vier Teile geben, entsprechend des kreuzförmigen Grundrisses oder wird die Oktave eine Rolle spielen, so wie die Längen- und Breitenmaße der Kirche im 1:2 – Verhältnis stehen. Die Architektur in ihrer materiellen Beschaffenheit bildet letztlich den Resonanzkörper, der das Hyperinstrument ‚Wirbel‘ vervollständigt.“

 

Links:
Werner Raditschnig / Klangraum Kollegiumkirche
Katharina Klement
Werner Raditschnig (mica-Datenbank)
Katharina Klement (mica-Datenbank)