Kick Jazz 2016 (c) Severin Koller

KICK JAZZ 2017

Nach der sehr erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr heißt es auch in diesem Dezember wieder: Vorhang auf für die junge österreichische Jazzszene. Das Festival KICK JAZZ geht vom 18. bis zum 19. Dezember in seine zweite Runde und richtet im PORGY & BESS erneut zwei Abende lang seine Scheinwerfer auf das musikalisch lebendige, rege, stilistisch offene, vielfältige und innovative Treiben im jungen österreichischen Jazzuniversum.

Es hat sich mittlerweile auch in anderen europäischen Ländern herumgesprochen, dass sich in der österreichischen Jazzszene etwas tut, und zwar sehr viel und auf höchstem Niveau. Die Zahl der jungen MusikerInnen, Bands und Ensembles, die sich außerhalb ihrer Heimat einen Namen machen konnten, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Man denke nur an David Helbock, Mario Rom‘s Interzone und Kompost 3. Es wird international mittlerweile wahrgenommen, was hierzulande passiert, was nicht alles musikalisch Hochwertiges mit eigener Note hier entsteht. Österreichische Acts sind gefragt, sie werden zu namhaften Festivals eingeladen, gastieren in den angesagten Jazzclubs des Kontinents und kommen immer mehr bei bedeutenden internationalen Labels unter.

Kick Jazz will dieser überaus erfreulichen Entwicklung Rechnung tragen. Wie auch schon bei der ersten Ausgabe des Festivals erhalten auch bei der zweiten Auflage sechs hoffnungsvolle und vielversprechende Formationen der jungen Generation die Gelegenheit, sich dem Publikum zu präsentieren. Aber nicht nur das. Kick Jazz soll den Musikerinnen und Musikern auch dazu dienen, sich die Tore hin zum europäischen Jazzparkett zu öffnen. Daher werden – wie auch schon im vergangenen Jahr –internationale PromoterInnen, BookerInnen und FestivalbetreiberInnen geladen sein, um sich ein Bild von der großen Qualität der hiesigen Szene zu machen.

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18. Dezember

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HI5 (c) Christa Pertl

HI5

Mit dem traditionellen Jazz hat das, was HI5 musikalisch abliefern, eigentlich recht wenig zu tun. Der Sound, den Chris Norz, Philipp Ossanna, Matthias Legner und Clemens Rofner zu Gehör bringen, ist einer, der zwischen allen stilistischen Stühlen angesiedelt ist. Er ist zusammengesetzt aus Elementen des modernen Jazz, des Prog-Rock der 1970er-Jahre, des minimalistischen Trip-Hop, des Post-Rock, der Kammermusik und der Elektronik. Eine herausfordernde Mischung, die oftmals die Gefahr birgt, dass man im musikalischen Sinne über das Ziel hinausschießt. HI5 tun das nicht. Eben auch weil die Tiroler Band eher auf einem klanglich reduzierten Pfad wandelt, auf einem, der fast ausschließlich durch die bewusste Zurückhaltung große Wirkung erzielt und eine immense Stimmung entwickelt.

Chris Norz (Schlagzeug, Electronics)
Philipp Ossanna (E-Gitarre, Synthesizer)
Matthias Legner (Vibraphon)
Clemens Rofner (Bass)

Link: hi5music.at

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First Gig Never Hapened (c) Werner Fitzthum

First Gig Never Happened

Ein Trio, das sich auf die Suche nach den Wurzeln des glorreichen Jazz der vergangenen Tage begibt. Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz (beide chuffDRONE) und ihr kongenialer Partner an den schwarzen und weißen Tasten, Alexander Fitzthum, tauchen in ihrem Zusammenspiel tief in die Musik der Legenden – wie etwa eines Charles Mingus und Thelonious Sphere Monk – ein. Sie verbeugen sich vor deren Genialität und Virtuosität, aber auf ihre ganz eigene Art. Nicht das einfache Nachspielen im klassischen Sinn steht bei diesem Trio auf dem Programm, sondern die respektvolle, aber innovative Neuinterpretation. First Gig Never Happened wollen den zeitlosen Aspekt der Musik ihrer Helden hervorheben, deren Leidenschaft mit den Mitteln der Moderne ausdrücken. Die Band schafft etwas Neues aus dem Alten, etwas, was unter die Haut geht und noch dazu unerhört lässig klingt.

Lisa Hofmaninger (Bassklarinette, Sopransaxofon)
Alexander Fitzthum (Hammond, Rhodes, Piano)
Judith Schwarz (Schlagzeug)

Link: firstgigneverhappened.com/

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Bild (c) Klio

Verena Zeiner & KLIO

Mit der Besinnung auf das Wesentliche die größte Wirkung erzielen: So in etwa lässt sich das Motto der vierköpfigen Formation Klio wohl am treffendsten beschreiben. Verena Zeiner, Philipp Harnisch, Judith Ferstl und Mathias Koch verzichten in ihren Nummern auf alles Ausladende, sie vermeiden jede unnötige Ausschmückung und rücken eine gewisse musikalische Einfachheit in das Zentrum des Geschehens. Wobei der Begriff „Einfachheit“ im Fall dieser Band relativ betrachtet werden muss, handelt es sich bei den Protagonistinnen und Protagonisten bekanntermaßen um vier Aktivposten der jungen heimischen Jazzszene, die ihr außergewöhnlichen Fähigkeiten schon mehrfach in diversen Projekten unter Beweis stellen konnten und dies auch in ihrem gemeinsamen Quartett tun.

Verena Zeiner (Piano, Fender Rhodes)
Philipp Harnisch (Altsaxofon)
Judith Ferstl (Bass)
Mathias Koch (Schlagzeug)

Link: http://www.verenazeiner.at/de/projekte/klio.html

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19. Dezember

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Woody Black 4 (c) Johanna Bugkel

Woody Black Four

Das Klarinettenquartett definiert sich sein musikalisches Betätigungsfeld fast grenzenlos, es lässt in schönster Crossover-Manier die verschiedenen Stile und Spielformen in einer so impulsiven und zugleich kunstvoll gediegenen Weise aufeinandertreffen, dass es eine wahre Freude ist. Der Jazz der klassischen Note verwebt sich in den Nummern von Woody Black Four mit demjenigen der modernen Spielart, hinzu kommt an einer Stelle eine Prise Kammermusikalisches, an einer anderen streifen die vier Hauptakteure Oscar Antoli, Stephan Dickbauer, Daniel Moser und Leonhard Skorupa an den Gefilden des Pop an oder tauchen in die Neue Musik ein. Das Viergespann versteht es exzellent, aus dieser Vielzahl an Verschiedenem ein wirklich eigenständiges, pulsierendes Ganzes zu schaffen, einen Sound, der einen von der ersten Sekunde an zu packen weiß.

Oscar Antoli (Klarinette)
Stephan Dickbauer (Klarinette)
Daniel Moser (Klarinette)
Leonhard Skorupa (Klarinette)

Link: www.woodyblack4.com/

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Dinovski Schuberth (c) Tijana Mladenovic Schampitiza

Atanas Dinovski & Paul Schuberth

Zwei Musiker, die es wirklich verstehen, ein musikalisches Feuerwerk zu entzünden. Atanas Dinovski und Paul Schuberth zelebrieren die musikalische Freiheit in Reinkultur. Die Frage nach einer Verortung ihrer Musik in eine bestimmte stilistische Kategorie kann man getrost sein lassen. Die beiden Akkordeonisten wissen sich in allen musikalischen Umgebungen leichtfüßig und mit elegantem wie virtuosem Schritt zu bewegen. Sie treten in ihren Stücken als Brückenbauer auf, die es auf beeindruckende Weise verstehen, Unterschiedlichstes und noch so fern Auseinanderliegendes in Einklang  zu bringen. Die Ingredienzen ihrer ungemein bunten und facettenreichen musikalischen Mischung reichen vom Jazz über Einflüsse aus diversen Folkrichtungen des Nordens und den Klängen des Balkans bis hin zum Tango und zur Neuen Musik. Auch vor waghalsigen Improvisationen scheut das Zweiergespann nicht zurück.

Atanas Dinovski (Akkordeon)
Paul Schuberth (Akkordeon)

Link: www.dinovski-schuberth.com/

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Bild (c) Luzid Chaos

Luzid Chaos

Eine von den Voraussetzungen her reine Jazzband, die so rein gar nicht auf Jazz machen will. Lucid Chaos stehen mit ihrem Sound für ein großartiges Beispiel dafür, was musikalisch Spannendes entstehen kann, folgt man einmal nicht der traditionellen Musikpraxis. Anna Anderluh, Alexander Kranabetter, Simon Raab, Philipp Kienberger und Hubert Bründlmayer setzen ihren Ton bewusst weit fernab jeder Konvention. Das Wiener Quintett zelebriert die stilistische Vielfalt, die über jede Möglichkeit der eindeutigen Kategorisierung weit hinausgeht und auf wunderbar abwechslungsreiche und ungemein stimmungsvolle Weise ihre ganz eigenen musikalischen Blüten treibt. Minimalistisches trifft auf Experimentelles, Melodiöses auf Schräges, Improvisiertes auf atmosphärisch hochgradig Aufgeladenes – ein wirklich faszinierendes, eigenwilliges Klangerlebnis.

Anna Anderluh (Gesang)
Alexander Kranabetter (Trompete)
Simon Raab (Piano, Synthesizer)
Philipp Kienberger (Bass)
Hubert Bründlmayer (Schlagzeug)

Link: www.luzidchaos.com/

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Michael Ternai

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Kick Jazz ist ein Festival vom Austrian Music Export in Kooperation mit dem Porgy & Bess.

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