Karl Ratzer trifft auf Fritz Pauer

Mit Superlativen sollte man ja bekanntlich sparsam umgehen. Doch wenn schon einmal mit dem Gitarristen Karl Ratzer und dem Pianisten Fritz Pauer sich an einem Abend zwei der ganz großen Persönlichkeiten der österreichischen Jazzszene mit Weltgeltung gemeinsam die Ehre geben, dann kann man ganz ohne Weiteres von einem wirklich denkwürdigen Ereignis sprechen. Am 11. Mai schicken  sich die beiden gemeinsam mit  Hans Strasser (Bass) und Joris Dudli (Schlagzeug) im Wiener Jazzland an, in bekannt virtuoser Art und Weise die höchste Kunst des Jazz in all seinen Facetten zu zelebrieren. Eigentlich ein Muss für jeden Jazzliebhaber.

Karl Ratzer blickt aus musikalischer Sicht auf eine sehr bewegte und überaus erfolgreiche Karriere zurück. Nicht viele österreichische MusikerInnen können von sich behaupten, bereits mit den ganz Großen der internationalen Jazzszene zusammengearbeitet zu haben. Während seiner inzwischen über vier Jahrzehnte andauernden Karriere hat der Gitarrist sie fast alle kennen gelernt, Eddie Gomez, Jeremy Steig, Steve Gadd, Joe Chambers und Art Farmer. Ebenfalls nur lobende Worte für den Wiener übrig hatten die Trompetenlegende Chet Baker sowie die Funk-Ikone Chaka Khan übrig. Musikalisch im Blues und Rock’n’ Roll sozialisiert, deckt sein vielschichtiges und gefühlvolles Spiel heute vom Jazz über den Soul bis hin zum Funk ein ungemein weites Feld an Spielformen ab. Dank seiner außergewöhnlichen spielerischen Fertigkeiten, seines ausgeprägten Rhythmusgefühls und seines enormen Musikverständnisses findet sich der Altmeister in nahezu jedem musikalischen Umfeld zurecht. Der  amerikanische Gitarren-Experte Bill Milkowski meinte einst über den Wiener sogar: „Er hat einen fetten, sahnigen Ton, eine mutige Improvisations-Ader, eine Vibrato-Technik, dass du sterben möchtest, und einen Hang zu echtem Blues, Funk und Soul“.

Wie Karl Ratzer gehört auch Fritz Pauer jener Gruppe von MusikerInnen an, die in den vergangenen Jahrzehnten der heimischen Szene nachhaltig den Stempel aufdrückt haben. Wobei der gebürtige Wiener ein Mann der leisen Worte ist. Dass er einer der wenigen österreichischen Musiker mit wirklich großem internationalen Renomee ist, posaunt er nicht in die breite Öffentlichkeit hinaus. Ebensowenig, dass er bereits mit den großen Legenden der Jazzszene wie Fatty George, Friedrich Gulda, Art Farmer, Johnny Griffin, Carmell Jones, Pony Poindexter, Don Byas, Booker Ervin, Dexter Gordon, Lee Konitz oder Don Menza zusammengespielt hat. Dass ihn der amerikanische Pianist Horace Parlan mit zu den „drei beeindruckendsten europäischen Pianisten” zählt, führen ebenfalls nur die Leute an, die über ihn schreiben. Es ist alleine die Musik, die er für sich sprechen lässt, seine spielerische Virtuosität, sein ungemeines Musikverständnis, die ihn zu einem der gefragtesten Begleiter der Szene machen. Mit ein Grund dafür ist, dass Fritz Pauer, den einst, wie er selber sagt, die Bewunderung für Joe Zawinul und dessen Spiel in den 50er Jahren dazu verleitet hat, sich selbst hinter das Klavier zu setzen, sich in den verschiedensten stilistischen Kontexten zwischen Tradition und Moderne meisterhaft wie nur wenige andere zu bewegen weiß.

Musikalisch verspricht der Konzertabend in jeder Hinsicht ein echtes Erlebnis zu werden. Einer, im Rahmen dessen der Jazz in all seinen Facetten bunt erstrahlen wird. Ein musikalisches Ereignis, welches faszinieren, fesseln und lange nachwirken wird. (mt).

 

 

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