
Ausgangspunkt der Auftragskomposition des Bayerischen Rundfunks ist – wie schon in einigen Arbeiten zuvor – ein Werk von Ludwig van Beethoven; diesmal handelt es sich um dessen 1. Symphonie, die eingangs zu hören sein wird, und die “wahrscheinlich das Stück [ist], wegen dem ich überhaupt Komponist geworden bin.” Dabei verzichtet Staud auf direkte Zitate, greift jedoch die Bewegungsimpulse auf und transformiert die aufsteigenden Skalen des Finalsatzes zu rasant absteigenden Verläufen. Darüber legt der Komponist ein “mirkotonales Netz” und stellt damit weitere Bezüge her, nämlich zu dem Spektralkomponisten Gérard Grisey.
Noch nie sei er “so lange auf dem Tempo-Pedal geblieben”, meint Staud zu diesem Stück. Dieser Umstand hat ihn auch zu dem geheimnisvollen Titel geführt, meint Maniai doch die Furien aus der altgriechischen Mythologie, die auch die Rasenden genannt werden. Und rasant geht es weiter, denn auch hierzulande lassen weitere Aufführungen nicht auf sich warten – so kann man sich neben zahlreichen Aufführungen anderer Werke rund um den Globus – im September bei den Klangspuren Schwaz das Werk zu Gemüte führen. (dw)
Foto: Philippe Gontier