Jo Stöckholzer (c) Pressefoto

JO STÖCKHOLZER – „Musik“

JO STÖCKHOLZER steht für die Neuerfindung des deutschsprachigen Liedermachertums mit einem Hauch von Elektrizität, zumindest laut seiner eigenen Definition. Kürzlich erschien sein neues Album „Musik“, das alternative Zugänge zu klassischen Formen aufzeigt. 

Nach der ersten Single „Zukunftskinder“, der „Stubensession“-EP und dem Debütalbum „Alles“ folgte nun das zweite Album des jungen Innsbrucker Musikers und Sängers Jo Stöckholzer, der seit 2014 im Bandformat auftritt und zu dem Stimmen aus der Musikpresse bereits Parallelen zu James Blake, FINN und auch Max Prosa zogen.

„Musik“ lautet der reduzierte Name des zweiten Albums und es geht um all das, was man im weitesten Sinne mit dem Begriff verknüpfen kann. Die Texte sind dicht, von Metaphern belagert und erzeugen gerade dadurch eine Atmosphäre der Intimität.

Die elf Tracks tragen – bis auf den Song „Du fehlst“ – nur Ein-Wort-Titel wie etwa „Verwundet“, „Genug“, „Niemand“, „Drehbuch“, „Fliegen“ und „Eigentlich“ und zeigen in dieser Hinsicht den Wunsch nach stilistischer Reduktion im Sinne der Prägnanz. Der Wunsch nach Tiefgründigkeit steht dabei stets im Zentrum. „Wenn etwas passiert, was mich beschäftigt, muss ich es niederschreiben, um gedanklich davon loszukommen. Ein Liedtext kann so oft richtig schnell entstehen und gleichzeitig ist es für mich eine Art Selbsttherapie“, meinte der Innsbrucker einmal in einem Interview.

Cover “Musik”

Das Musikvideo zum titelgebenden Track „Musik“ ist durch eine kindliche, fast naive Bildsprache geprägt: Seifenblasen, Quietschenten, Wasserbomben und Luftballons bevölkern den Raum, symbolisieren gleichsam alles, was das Herz begehrt. Das Visuelle ebenso wie die Textebene stehen den sonst sehr nachdenklichen, gar melancholischen Atmosphären fast kontrapunktisch gegenüber: Selbstironie meets Klischees.

„Zumindest bleibt ein bisschen mehr Zeit für die Musik, die mich immer noch liebt“

Bei „Musik“ werden vermeintliche Konventionen angedeutet, schemenhaft nachgezeichnet und schließlich umgangen oder überwunden. Das Liedermachen als klassisches musikalisches Handwerk wird dabei von innen heraus dekonstruiert. Die Oberfläche lockt mit eingängigen Formen, doch nach kurzer Zeit wird klar, dass noch mehr dahintersteckt. Stöckholzer hat dabei keine Angst vor zeitgemäßen Sounderzeugern, ganz im Gegenteil, er schafft eine subtile Symbiose zwischen Akustik und modernen Sounds.

Jo Stöckholzer zeigt auf seine Art, dass Singer-Songwriting nicht immer nach festgefahrenen Strukturen funktionieren muss, und kreiert ein Album voller Facetten. Die nächste Möglichkeit, sich selbst ein Bild davon zu machen, bietet sich am 1. Dezember im Wiener Kramladen.

Ada Karlbauer

Jo Stöckholzer live
18. Dezember // Hamburg (D): Wohnzimmerkonzert
19. Dezember // Lübeck (D): Tonfabrik
20. Dezember // Berlin (D): Wildenbruch Bar / mit Guillermo Morales + Sebastian Block
21. Dezember // Berlin (D): Nussbreite
22. Dezember // Dresden (D): Kunsthof Gohlis
23. Dezember // Erfurt (D): Füchsen

Links:
Jo Stöckholzer
Jo Stöckholzer (Facebook)