
Dass James Hersey ein Händchen fürs Songwriting hat, weiß man spätestens seit dem Erscheinen seiner selbstbetitelten Debüt-EP 2010. Stilistisch irgendwo zwischen Coldplay, Jack Johnson und The Streets verortet, ist sein feingesponnener Pop, wie auch auf seinem neuen Album „Twelve“ zu hören ist, einer, der dann doch etwas aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt. Denn auch wenn die Melodien und der runde Sound seiner Nummern, sich binnen kürzester Zeit ihren Weg in die Gehörgänge bahnen, bleibt eine gewisse Distanz, zu dem, was alles unter dem Begriff Mainstream zusammengefasst ist, dann doch bewusst aufrechterhalten.

Die vielleicht größte Neuerung zu seinen bisher bekannten Liedern besteht in der Erweiterung des Gesamtsounds. Es sind nun vermehrt von einem Drumcomputer produzierte Beats, die den Takt vorgeben. Auch treten in manchen Passagen vermehrt richtig fette und fast schon dubstep-artig wummernde Basslines in den Vordergrund, was das Dargebotene im Ergebnis noch abwechslungsreicher macht.
„Twelve“ ist ein schönes Beispiel dafür, dass Popmusik nicht immer an der Oberfläche hängen bleiben muss, dass ein gewisser Qualitätsanspruch und Eingängigkeit keineswegs nur unvereinbare Gegensätze darstellen müssen. James Hersey auf jeden Fall macht klasse Musik, die man dann doch einmal einer intensiveren Gehörprobe unterziehen solle. Es lohnt sich. (mt)
Foto James Hersey: Mahir Jahmal
http://www.jamesherseymusic.com/