Irmie Vesselsky – The Key (The Wisdom of Dorothy Gale or: How To Tame Your Inner Demons)

Das Musikalische ist reduziert auf das Klavier als Mittelpunkt der Klangwelten. Umwoben wird jenes mit sanften Beats, Geigen und Synthie-Drums. Letzteres ist vor allem in “The Key” herauszuhören, wo der klassischen Klavierballade ein moderner, aber sehr zurückhaltender Drive verpasst wird.

Die Ecken und Kanten des Albums zeigen sich in ungewöhnlichen Vocalmelodien, und deren Tempowechsel. Auf “Mirror Me, Mirror You” zeigt sich dies besonders dominant. Die Melodie ist düster und verzweifelt, und Vesselskys Stimme versucht diese Stimmung auszugleichen, doch ihr warmer Unterton neutralisiert die Kühle nicht, sondern verstärkt sie auf eigentümliche Art. Auf “The Weather” hat die Klaviermelodie einen anderen Rhythmus als die Drums, so dass es ein wenig zeitversetzt wirkt.

Diese kleineren Kritikpunkte werden von einem tollen Opener ausgeglichen. “Black And White World” ist auch eine Ballade, aber anders als die übrigen. Sie vereint Einflüsse der irischen Volksmusik mit einer modernen Melodie. Die Art zu singen wie Kate Bush gelingt ihr nicht nur sehr gut, sondern es passt auch perfekt dem warmen Unterton ihrer Stimme. Die volkstümlichen Einflüsse stehen ihr sogar so gut, dass man sich wünscht, mehr solche Lieder hätten Platz auf “The Key” gefunden.

Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist “The Message”, das ebenso erzählerisch und verspielt beginnt, dann aber recht schnell in ein gefühlvolles Poplied umschwingt. Der Bruch zwischen den Stilen ist interessant, und trotzdem harmonisch.

Alles in allem hat Irmie Vesselsky ein Album geschaffen, das viel von ihrer Persönlichkeit preisgibt. Die Klavierballaden wirken ehrlich und sind gefühlvoll, und die Höhepunkte des Albums haben das gewisse Etwas, das ihren Stil zu einem eigenständigen macht.

Anne-Marie Darok

http://www.irmievesselsky.com/