Bild Irene Kepl
Irene Kepl (c) Matthias Halibrand

IRENE KEPL & FRED MARTY – „PIROUETTE“

Im Duo mit FRED MARTY (Kontrabass) präsentiert sich die aus Linz stammende Violinistin IRENE KEPL 2018 mit einem überaus interessanten Werk. „Pirouette“ (Creative Sources Recordings) begeistert dabei vor allem durch einen sehr freien Zugang zu Musik, und durch den virtuosen, ungewöhnlichen Umgang mit dem eigenen Instrument. 

Cover Pirouette
Cover “Pirouette”

Kepls bisheriger beruflicher Werdegang gestaltet sich überaus beeindruckend. Zwei Studien an der Anton Bruckner Privatuniversität mit Auszeichnung absolviert, zahlreiche Kompositionsaufträge (u.a. Wiener Festwochen, ORF), Preise für Ihre außergewöhnlichen Kompositionen, sowie regelmäßige CD-Veröffentlichungen und Kollaborationen kennzeichnen den Lebenslauf der extravaganten Violinistin. Gemeinsam mit dem französischen Kontrabassisten Fred Marty, welcher das zusammen eingespielte Album auch aufnahm und abmischte, widmen sich die beiden Ausnahmemusiker, mit Pirouette, ganz der freien Improvisation.

ALLES DREHT SICH UM DIE MUSIK

Die freie Herangehensweise zu Kunst und Kreativität im Allgemeinen, bzw. zur gemeinsamen Improvisation im Speziellen, wird vor allem durch die Unvorhersehbarkeit des Gehörten extrem spannend. So wird die eigene Vorstellung über den Klang des nächsten Taktes nur selten die Realität treffen, was das Ganze ungemein interessant macht. Die fünf Tunes geben den beiden Raum um ihr Innerstes kreativ nach außen zu tragen, was in dieser Intensität wohl nur durch enorme Reduktion verwirklichbar ist. So lässt sich das Duo nicht durch großformatige Instrumentierungen oder durchkonzipierte Kompositionen ablenken, sondern wagt es sich ganz auf den Moment einzulassen. Diese emanzipierte Form künstlerischen Ausdrucks ermöglicht es Kepl und Marty eine ganz andere Tiefe in ihrem kreativen Schaffen zu erzeugen, und so jegliche Zwänge der Musik gekonnt zu ignorieren.

Resümee: „Pirouette“ ist ein extravagantes Werk für Musikfanatiker. Es wird die Freiheit von Kunst gefeiert, sowie die Grenzen des eigenen musikalischen Seins ausgelotet. Für Interessierte abseits von „easy listening“ absolut empfehlenswert!

Alexander Kochman

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