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(IN) THE ABYSSITY OF THE GROUND – „Gods“

Das Ensemble (IN) THE ABYSSITY OF THE GROUND hat mit der EP „Gods“ den musikalischen Variantenreichtum der vergangenen Jahre in Form einer 180g 3LP auf dem UK Label Golden Lab Records released. LINDA SHARROCK, MARGARET UNKNOWN, MARIO RECHTERN, THERESA EIPELDAUER und DIDI KERN sind der Kernpool, der Rest ist in ständiger Bewegung.

Bei TAOTG gibt es kein Innehalten, keine Stille, nichts Fixes. Diese Tatsache trifft sowohl auf physische, wie auch musikalische Parameter zu. Das Projekt agiert als “Shifting- Ensemble”, diese Form der Zusammenarbeit hat zwar eine Musiker-Base, jedoch variieren die restlichen Artists von Auftritt zu Auftritt.

Der Kern vereint den Wiener Musiker und Performance Artist Margaret Unknown, der in den vergangenen Zeit in einigen Formationen wie etwa Margaret X oder Peggy Famous auf sich aufmerksam gemacht hat, sowohl in Europa, als auch über diese Grenzen hinaus. Auch dabei sind Didi Kern der als Schlagzeuger bei Fuckhead oder Bulbul aktiv ist, die bildende Künstlerin Theresa Eipeldauer und der Multi-Instrumentalist und Jazzer Mario Rechtern. Für die US-amerikanische Vokalistin und Jazzsängerin Linda Sharrock ist “Gods” die erste Studio-Veröffentlichung seit ihren musikalischen Aktivitäten in den 90ern. Sharrock kennt man vor allem aus der Zusammenarbeit mit dem österreichischen Jazzmusiker Wolfgang Puschnig und den Alben „Black Woman“ aus 1969 und „Paradise“ von 1975 die aus der Ehe mit dem Gitarristen Sonny Sharrock hervorgingen.

Diversität statt Stillstand

Linda Sharock
Linda Sharrock

Der musikalische Output von (In) the Abyssity of the Ground definiert sich vor allem durch einen gemeinsamen State of Mind, den jeder der Musiker in die Formation miteinbringt. Die gemeinsame Entwicklung nimmt sich Zeit um eine para-musikalische Kommunikation zu entwickeln, dessen Ziel sich außerhalb von jeglichen Grenzen und Nationalitäten entfaltet. Durch diesen Zugang eröffnen sich strukturelle Freiräume in denen nur mehr die Improvisation funktioniert. Dabei sind die verschiedenen Variationen von Tempo eines der zentralen Elemente in “Gods”.

Sharrock dabei den auktorialen Part: Sie erzählt und vermittelt wortlos. Manchmal eklektisch, kurz vorm Ausbruch und im nächsten Moment leise wispernd, um die letzten Resten dessen zu vernichten, was davor vage Form angenommen hat. Die verschiedenen Vokalgeflechte fungieren dabei als bewegter Kommentar zwischen Hoch und Tief, und der immer dichter werdenden Soundscape. Der Release wurde 2014 im Rahmen einer über zweistündigen Impro-Session aufgenommen und erstreckt sich auf drei heavyweight Vinyl LP´s. Das merkt man auch. Die nachträglich platzierten Cuts in der Aufnahme, eröffnen zwar kurze Brüche im hochenergetischen Flow, im Sinne der Orientierung. Stille gibt es jedoch nie.

Eines ist klar, “Gods” fordert und ist keinesfalls ein Easy-Listening zum Nachmittagscafe, es fordert und das ist auch gut so.

Ada Karlbauer

Links:
Margaret Unknown / The Abyssity of the GroundGolden Lab Records