In den Startlöchern: Das Soft Power Ensemble of Vienna

An dem Ort, an welchem alle stilistischen Kategorisierungen und Unterteilungen aufhören zu existieren, und einzig das Musizieren und die  Klangerzeugung im freien und zu allen Seiten hin offenen Raum stattfindet, genau an diesem trifft man auf das Soft Power Ensemble of Vienna. Wohl so ziemlich alle Hörgewohnheiten mit den heftigsten Mitteln auf die Probe stellend, versucht das elfköpfige Wiener MusikerInnenkollektiv jene Wege zu beschreiten, die überall hinführen, nur nicht ins Konventionelle.

Das Soft Power Ensemble of Vienna sind Eric Arn (Gitarre), Tobias Aumann (Gitarre), Bertram Dhellemmes (Gitarre), Johanna Forster (Gitarre), Vincenzo Granato (Gitarre), Matthias Kampf (Schlagzeug, Electronics), Marcin Ł. Morga (Bass), Diego Mune (Gitarre), Pailander (Schlagzeug), Markus Reiter (Gitarre), Jasmin Maria Rilke (Gitarre), Markus Steinkellner (Gitarre), Margaret Unknown (Gitarre) und Christoph Weikinger (Gitarre). Die elfköpfige Truppe wandelt einen Pfad entlang, dessen Linie sich durch die Welt der Improvisation zeichnen lässt. Mit kurzen Abstechern in die Neue Musik, in den experimentellen Freejazz und Noise entwirft sich die eigenwillige Truppe eine Klangkulisse, die mehr einen durch aus instant compositions genährten Zustand darstellt, als das sie auch nur irgendwie den Regeln der Musikalität folgt.

Nach Melodien, Harmonien oder Ähnlichem braucht man im Grunde genommen nicht Ausschau halten. Sie gibt es einfach nicht, oder wenn, dann nur in kleinsten Spurenelementen in den Tiefen des atmosphärisch dichten Soundwalls. Ebensowenig halten klassische Songstrukturen als Orientierungshilfe her. Es ist der organische Entstehungsprozess selbst, der die Regie führt und der der Musik letztlich ihre Form und Richtung gibt. Ein Ansatz, der klarerweise viel, viel Raum schafft für musikalische Experimente der etwas lautstärkenintensiveren Art. Und genau den weiß das Ensemble auch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für sich zu nutzen.

Zugegeben, was das Soft Power Ensemble of Vienna bietet, ist ein doch etwas intensiveres Hörerlebnis, eines, mit dem man sich schon auseinandersetzen muss. Aber genau dieser Aspekt ist es auch, der die ganze Sache zu einer so interessanten und spannenden macht. Auf jeden Fall plant das MusikerInnenkollektiv sein Debütalbum in Juni aufzunehmen. Man darf gespannt sein.
Michael Ternai

http://softpowerensembleofvienna.blogspot.co.at