Hotel Palindrone bereisen Russland

Mehr als 15 Jahre nun schon arbeiten Hotel Palindrone bereits an ihrer ganz eigenen Version von Weltmusik. Selber umschreibt die vierköpfige Formation ihren Stil als “New Acoustic Dance Music”. Dass ihr Sound inzwischen auch international die Musikliebhaber zu begeistern weiß, zeigen auch die vielen Konzertreisen, welche die Träger des österreichischen World-Music-Preises 2005 in die unterschiedlichsten Länder führen. Aktuell machen sich Hotel Palindrone auf nach Russland, wo sie insgesamt drei Auftritte, unter anderem in Moskau absolvieren werden. Heimische Fans müssen sich bis zum nächsten Konzert des Vierers aus Wien noch bis Mai gedulden.

“Jodulator”, das bislang letzte Album von Hotel Palindrone, das sogar den Sprung in die Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik geschafft hat, zeigt als ein wirklich gelungenes Beispiel dafür, wie spannend man im auch heute noch innerhalb der Pole Folk und Ethno agieren kann, löst man sich einmal von allem einschränkenden Scheuklappendenken. Die vier Musiker Albin Paulus (Dudelsack, Gesang, Maultrommel, Klarinette, Flöten, Schalmeien) Stephan Steiner (Geige, Drehleier, Diatonisches Akkordeon), Peter Natterer (Bass, Piano, Saxophon, Programming) und John Morrissey (Mandola, Valisette, Bouzouki, Gitarre) machen Musik, die innovativ, stileübergreifend und gleichzeitig auch sehr verspielt erklingt, eine, in der Einflüsse der verschiedensten, vermeintlich weit auseinanderliegenden Klangtraditionen wie von Geisterhand geführt zueinanderfinden.

Was die vierköpfige Truppe antreibt, ist ihr Wille, immer auch die etwas anderen Wege zu beschreiten, die einzelnen Musiken aus ihren ursprünglichen Kontexten herauszulösen, um sie in einer neuer Form, in einer neuen Klangsprache aufgehen zu lassen. Der Sound, den die Wiener Weltmusik-Combo entstehen lässt, ist einer eines überall verständlichen Charakters. In ihm werden musikalische Bögen gespannt, vom Norden Europas bis in den Süden, vom Westen bis in den Osten, vom Jazz bis hin zur Balkanmusik, von den Volksmusiken aus aller Herren Länder bis hin zur Elektronik und dem Pop, von grooveorientierten Passagen bis hin zu aberwitzigen Improvisationen, sowie vom Alten bis hin zum Modernen. Eine allen stilistischen Dogmen entgegenstehende Mischung, die abwechslungsreicher, vielschichtiger  und unvorhersehbarer wohl kaum sein kann. (mt)

Foto: Julia Wesely

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