HI5 – "Attack – Decay – Sustain – Release"

Ihre Talentproben hat die Formation HI5 schon längst hinter sich gebracht. Spätestens seit dem letzten Album „Tangled Simplicity“ weiß man um die außergewöhnlichen musikalischen Qualitäten dieses jungen Quartetts. Mit dem nun erscheinenden neuen Album “Attack – Decay – Sustain – Release” (Session Work Records) soll nun der nächste Schritt erfolgen. Und der ist ein wirklich großer.

Vermutlich soweit wie nie zuvor haben sich HI5 von ihrem angestammten Umfeld, dem Jazz, entfernt. Es geht dieses Mal in eine stilistisch andere Richtung, in eine, die bestimmt wird von einer Vielzahl verschiedener musikalischer Einflüsse, die, von der Band auf kunstvolle Weise miteinander verwoben, zu einem wirklich wunderbaren und packenden Hörerlebnis erwachsen. Lauscht man sich durch die neuen Nummern des Tiroler Quartetts, kann einen mit der Zeit schon irgendwie das Gefühl beschleichen, dass sich die vier Herren Chris Norz (Schlagzeug), Clemens Rofner (Bass), Matthias Lenger (Vibraphon) und Philipp Ossana (Gitarre) in letzter Zeit doch viel mit Post-Rock beschäftigt haben. Ob das nun tatsächlich so war oder auch nicht, wer weiß, auf jeden Fall schlagen HI5 eine Richtung ein, die mit den traditionellen Formen und Spielweisen des Jazz, aus dem die Protagonisten ja ursprünglich stammen, im Grunde nichts mehr zu tun hat.

Der musikalischen Vielfalt alle Tore geöffnet

Der filigrane und irgendwo zwischen Jazz, Rock, Kammer- und Minimal Music angesiedelte Sound, den Chris Norz und seine Mitmusiker in aller edlen Zurückhaltung entstehen lassen, ist einer eines sehr lyrischen, sanften und warmen Klanges. Die von ihnen geschaffenen musikalischen Bögen sind ungewöhnlich weitgespannt und knisternd spannungsgeladen, ihre leicht melancholisch angehauchten Melodien von einer sehr verträumten Art. Wobei die Beteiligten immer wieder auch gekonnt Kontrapunkte setzen, in denen es dann auch etwas lauter werden kann.

HI5 öffnen auf “Attack – Decay – Sustain – Release” der musikalischen Vielfalt alle Tore. Tracks wie “Down Anda”, “Brooke Greenberg” oder “The End” lassen schlicht und einfach in andere Dimensionen wegschweben. Etwas verspielter und damit noch vielleicht am jazzigsten geht es mitunter in Nummern  wie “All in” und “Bach” her, wobei auch in diesen die Grenzen zwischen den Genres verschwimmend sind. Das gesamte musikalische Spektrum der 2010 gegründeten Band am anschaulichsten macht die Nummer „Aurora“ – eines der absoluten Glanzstücke des Albums. In eher ruhigen Gefilden beginnend, bahnt sich der Track auf faszinierende und fesselnde Art mit Fortdauer über variantenreiche Passagen seinen Weg bis hin zu einem fast schon brachialen großen experimental-rockigen Höhepunkt.

“Attack – Decay – Sustain – Release” ist ein Stück Musik geworden, das definitiv darauf abzielt, Bilder im Kopf des Hörers entstehen zu lassen – was auch in einer sehr eindringlichen Form geschieht. Wer sich musikalisch also einmal so richtig verführen lassen will, der sollte sich die neue Scheibe von HI5 auf jeden Fall zu Gemüte führen.

Erscheinen wird “Attack – Decay – Sustain – Release” am 24. Oktober.

Michael Ternai

HI5 on Tour 2014
27.10. Turnverein, Mödling (AT)
28.10. Strandgut, Linz (AT)
29.10. TacaTuca, Schlanders (IT)
30.10. Komma, Wörgl (AT)
31.10. Altes Kino, Landeck (AT)
01.11. Porgy & Bess, Wien (AT)
02.11. Milla Club, München (DE)
03.11. Loft A46, Montreux (CH)
04.11. Prima Luna, Bern (CH)
06.11. Die Bäckerei, Innsbruck (AT)
07.11. Gemeindesaal, Kals (AT)
08.11. Neuwirt, Wattens (AT)
11.12. LadyBar, Basel (CH)
21.12. Die Wilderin, Innsbruck (AT)
23.12. Gemeindemuseum, Absam (AT)

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