Hans Theessink – Solo

Ein ganz besonderes musikalisches Ereignis erwartet kommenden Donnerstag, den 22. Juli, die BesucherInnen des Theaters am Spittelberg. Gitarrist Hans Theessink, seines Zeichens weltweit anerkannte Institution in Sachen Blues und Roots-Music, lädt zum Solo-Konzert. Wie kaum ein anderer Musiker steht Hans Theessink bereits seit mehreren Jahrzehnten für die Pflege der Traditionen des Country- und Folk-Blues in seiner echten und ursprünglichen Form.

Wäre Hans Theessink Amerikaner, er wäre wohl einer jener Legenden, dessen Gitarrenspiel Generationen von MusikerInnen beeinflussen würde. Nicht, dass der gebürtige Niederländer dies nicht ohnehin schon tut, aber als europäischer Musiker zu Weltgeltung zu gelangen, verlangt einen langen Atem und natürlich viel, viel Talent. Aber es ist die Herkunft vielleicht wirklich die einzige Bürde, die Hans Theessink mitzuschleppen hat. Musikalisch hat sich der in Österreich lebende Gitarrist längst in der Welt der großen Namen etabliert und geniest international höchstes Ansehen.

Das für Theessinks Karriere vielleicht prägendste Ereignis ereignete sich in den frühen sechziger Jahren, als der damals noch blutjunge Gitarrist erstmals der heute legendären Radiosendung “The Blues” lauschte. Es war vor allem die enorme Breite an gefühlvollen Ausdrucksmöglichkeiten, die es Hans Theessink angetan haben. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Gelernt hat er alleine nach dem Beispiel der legendären Altmeister des Blues. Auf technische Spielereien wie Drum Computer oder Click-Tracks verzichtet der Gitarrist bis heute. Viel mehr folgt sein Stil dem menschlichen Puls und Herzschlag im erdverbundenen Groove. Manchmal genügt eine einfache Akkordabfolge, um einen Song voll zur Entfaltung bringen zu lassen. Atmosphäre erzeugt Hans Theessinks dabei alleine durch sein außergewöhnliches und unverkennbar nach ihm klingendes Gitarrenspiel.

Genau diese Fähigkeiten, gepaart mit einer ungemeinen Bühnenausstrahlung ließen den Gitarristen auch im Mutterland des Blues, den Vereinigten Staaten, zu großer Bekanntheit gelangen. So wurde er als einer der wenigen europäischen Musiker zu den wichtigsten amerikanischen Festivals wie dem “New Orleans Jazz & Heritage Festival” oder dem “Chicago Blues Festival” eingeladen.

Einen der großen Höhepunkte in der langen Karriere bildete mit Sicherheit die Zusammenarbeit mit der Blueslegende Charles Brown, der sich bereit erklärte, auf Theessinks im Jahre 1998 erschienenen Album “Lifeline” einen Song gemeinsam mit ihm einzusingen. Ein weiterer Beleg für Hans Theessinks hohes internationales Ansehen erfolgte 2009: als erster und einziger europäischer Künstler wurde er für die Blues Music Awards, quasi das Pendant zu den Film Oscars, nominiert.

Es gibt nicht viele MusikerInnen, die, wie der in Wien lebende Gitarrist, auf eine solch erfolgreiche Karriere zurückblicken können. Aus diesem Grund sollten Musikliebhaber die sich bietende Gelegenheit, einen Gitarristen solchen Weltformats auf der Bühne sehen zu können, nicht entgehen lassen. (mt)