Bild Härtel Trübsbach
Härtel Trübsbach (c) Lena Semmelroggen

HÄRTEL TRÜBSBACH – „Great Again“

Ein Klang, der sich aus unterschiedlichen musikalischen Sprachen herausbildet und seine ganz eigenen Geschichten erzählt – genau einen solchen bekommt man auf „Great Again“, dem Album des Duos Marie-Theres Härtel und Florian Trübsbach, zu Gehör.

Cover Great Again
Cover “Great Again”

Es ist ein Album der Coronazeit. Die Menschen und somit auch die vielen Musikschaffenden waren in den vergangenen Monaten gezwungen, zu Hause zu bleiben und zu warten, bis sich die Lage wieder etwas entspannt. Nicht anders erging es Marie-Theres Härtel und Florian Trübsbach, auch sie mussten lernen, mit der Situation umzugehen. Sie meisterten diese, indem sie nicht untätig blieben und widmeten sich ihrem gemeinsamen musikalischen Projekt, das seinen Ausgang in einer ähnlich von einer Isolation geprägten Umgebung genommen hat. Das Duo war vor einiger Zeit in den Bergen unterwegs und war aufgrund des schlechten Wetters gezwungen, die Tage in einer kleinen Hütte fern jedes aufgeregten Treibens zu verbringen. So gesehen war die Zeit des Lockdowns für die beiden keine allzu neue Erfahrung. Zumindest was die Arbeit in Einsamkeit betrifft. Auf jeden Fall haben Marie-Theres Härtel und Florian Trübsbach dort begonnen, ihre ersten Stücke zu komponieren, das Album vollendet haben sie dann während der Coronazeit.

Spannende Form des Crossover

Was das Zweiergespann in seinen Stücken musikalisch aufbereitet, geht als eine wunderbar lebendige und stilistisch vielfältige Form des Crossover durch. Härtel und Trübsbach, die sich auf „Great Again“ als begnadete Multiinstrumentalisten zeigen und alle Instrumente selbst eingespielt haben, verstehen es exzellent, aufregende musikalische Brücken zu schlagen. Sie verbinden Tradition mit Moderne, den alpenländischen mit dem urbanen und auch fernen Klang, das Notierte mit dem freien Spiel, sie durchwandern die Volksmusik, bahnen sich ihren Weg zu Jazz, streichen an popularmusikalischen Stilen an und bringen auch kammermusikalische Tunes in ihren Sound ein. Das wirklich Schöne an der ganzen Sache ist, wie Härtel und Trübsbach aus den vielen Elementen etwas Ganzes formen, das sich auf ungemein stimmungsvolle Art und Weise zwischen gefühlvollen Passagen, verspielten Teilen und Momenten voller Elan einpendelt und so vom Anfang bis zum Ende abwechslungsreich bleibt. Ein wirklich schönes Hörerlebnis.

Michael Ternai

 

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Links:
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