GROSSMÜTTERCHEN HATZ SALON ORKESTAR – „Terry Goes Around“

An den traditionellen musikalischen Definitionen hat sich das GROSSMÜTTERCHEN HATZ SALON ORKESTAR ja noch nie abgearbeitet, aber das, was es auf seiner neuen Platte „Terry Goes Around“ (Eiffelbaum Records) abliefert, lässt einen schon erstaunen. Ganz dem Albummotto – „No Limit on Limes Vindobona“ (keine Grenzen am Wienfluss)- folgend, setzen sich die Bandleaderin Franziska Hatz und ihre Truppe über so alle vermeintlichen Gegensätze stilistischer Natur hinweg. Was einzig auf dem Programm steht, ist die leidenschaftliche und kunstvolle Verwirklichung aller musikalischen Offenheit. Präsentiert wird “Terry Goes Around” am 25. September im Wiener Radiokulturhaus.

Mit enthusiastischem Lob sollte man ja sparsam umgehen, aber das, was Franziska Hatz und ihr MitmusikerInnen der Hörerschaft mit ihrer neuen CD auftischen, ist ein ganz feiner musikalischer Leckerbissen. Das inzwischen zu einer Art kleiner Big Band herangewachsene Großmütterchen Hatz Salon Orkestar begibt sich in seinen insgesamt zehn Stücken auf eine Reise, die gefühlte zehn Mal rund um die Welt führt und dann immer noch nicht zu Ende geht. Als ob es so etwas wie stilistische Abgrenzungen und Einteilungen überhaupt nicht gäbe, basteln sich die Akkordeonistin und Sängerin Franziska Hatz und ihr mit Julian Pieber (Schlagzeug), Simon Schellnegger (Viola), Richie Winkler (Saxophon, Klarinetten), Nika Zach (Stimme), Ingrid Oberkanins (Percussion), Ursula Feuersinger (Visuals) und dem Bläserkollektiv Martin Eberle, Andreas Pranzl und Mario Vavti hochklassig besetztes Ensemble aus den unterschiedlichsten Versatzstücken einen Weltmusik-Sound zusammen, der vom ersten Ton an richtiggehend zündet und in seiner Art facettenreicher nicht aus den Boxen schallen könnte.

Gefühlte zehn Mal um die Welt

Vom energiegeladenen Südeuropa geht es zunächst über die Alpen, von einer Station in Wien ins verträumte Frankreich und von dort weiter ins swingende Amerika der 20er-Jahre. Nach einem kurzen Abstecher im feurigen Südamerika dann sogleich weiter in den mystischen Orient, von wo aus schließlich die verdiente Heimreise angetreten wird. Das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar zelebriert die musikalische Vielfalt, und das mit einer wirklich ansteckenden und fast unnachahmlichen Freude. Es mischt mit einer großen Portion Spielwitz und musikalischer Finesse die Balkanfolklore mit der Wiener Musik und garniert und würzt das so Entstandene auf erfrischend unkonventionelle Weise mit Elementen aus der alpinen Volksmusik, der Musette, des Folk, Bossa Nova, Klezmer und Jazz. Dieses Viel an unterschiedlichen Einflüssen schließt auch jede Wiederholung aus. Nahezu jedes Stück hat seine eigene Note, einen eigenen Charakter. Ein Aspekt, der für viele zusätzlich spannende Momente sorgt.

Man kann durchaus sagen, dass dem Großmütterchen Hatz Orkestar mit „Terry Goes Around“ sein bisheriges Meisterstück gelungen ist. Das Album ist eines, das gleichermaßen zum Zuhören einlädt, wie auch zum Abtanzen. Es ist mitreißend, berührend, originell, eigenständig, unterhaltend und fordernd. Was will man mehr?

Michael Ternai

Foto: Gregor Buchhaus

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