Claus Raible (c) Konstantin Kern, Herwig Gradischnig (c) Verena Podiwinsky

THE GRADISCHNIG/RAIBLE QUINTET – „Searchin’ for Hope“

Den Jazz klassischer Note in einem modernen Sound neu aufgehen lassen. Das ist das Ziel, das sich das GRADISCHNIG/RAIBLE QUINTET auf seinem Ende des letzten Jahres erschienenen neuen Album „Searchin‘ for Hope“ (Alessa Records) gesetzt und auch erreicht hat.

Was das Gradischnig/Raible Quintet auf „Searchin’ for Hope“ eindrucksvoll betreibt, ist die respektvolle Verneigung vor dem klassischen Jazz. Den musikalischen Ausgangspunkt bilden auf dem Album Stücke des amerikanischen Jazzpianisten Elmo Hope (1923–1967), die von dem Quintett fast originalgetrau interpretiert werden, sprich: Es regiert der Klang des Bebop beziehungsweise Hardbop. Das ist aber nur ein Teil der Geschichte, denn wer erwartet, dass sich Herwig Gradischnig (Tenorsaxofon), Steven Fishwick (Trompete), Claus Raible (Piano) und Matt Home (Schlagzeug) mit einer uninspirierten Kopie begnügen, irrt. Durch das Zutun der fünf Musiker treibt die ganze Geschichte ganz neue Blüten. Man lässt genügend eigene Ideen miteinfließen und spielt mit den Möglichkeiten, die sich bieten, um die ganze Geschichte in einer eigenen musikalischen Sprache zu erzählen. Es gelingt, der Musik des legendären amerikanischen Pianisten eine moderne Note zu verleihen, ohne dabei etwas von ihrer originalen Essenz verloren gehen zu lassen.

Klassischer Jazz modern interpretiert

Beeindruckend ist, von welcher Lebendigkeit diese Interaktionen der fünf Bandmitglieder getragen sind. Diese werfen sich die Ideen einfach nur so zu und spornen sich zu gegenseitigen Höchstleistungen an, wobei sie – und das ist das besonders Schöne an der Sache – niemals über das Ziel hinausschießen. Auf endlose Soloeinlagen wir bewusst verzichtet, vielmehr wird der gemeinsame Klang zum bestimmenden Merkmal der Musik. Es geht auf Searchin’ for Hopeunglaublich abwechslungsreich zu. Die fünfköpfige Truppe spielt sich fern jeder Kopflastigkeit mit swingender Leichtfüßigkeit, purer Eleganz und einer ordentlichen Portion Spielwitz in richtig lässiger Manier durch das musikalische Geschehen und legt dabei eine Performance hin, die einen von der ersten Sekunde an mitreißt. In jedem Moment spürbar ist auch die enorme Freude, die die Beteiligten an ihrer Aufgabe hatten.

Zusammenfassend lässt sich wirklich sagen: Mit Searchin’ for Hope“ ist dem Gradischnig/Raible Quintet ein richtig starkes Album gelungen, eines, das viel Spaß macht und in hohem Maße überzeugt. Eine wirklich spannende Angelegenheit.

Michael Ternai

Links:
Claus Raible
Alessa Records