GOOD COP – „World Piss“

Schnell, kompromisslos, hart, ungehobelt, dreckig und das ganz weit weg von jedem aufgesetzten trendigen Schauspiel. Das Trio GOOD COP aus Wien zelebriert auf seinem neuen Album „World Piss“ (Cut Surface) den Punk, wie er in seinen Anfangstagen vor einer mittlerweile Ewigkeit von Bands wie Dead Kennedys und Black Flag zur Kunstform erhoben wurde. Und das tut die Truppe in wirklich mitreißender Manier.

Das seit 2013 bestehende Dreiergespann befindet sich mit seinem Sound auf direktem Kollisionskurs mit allem musikalisch Braven, Angepassten und Vereinheitlichten und enthebt sich damit auf wirklich erfrischende Art von dem sonst so Dargebotenen. Manuela Rabitsch (Schlagzeug), Bastian Andorfer (Gesang, Gitarre) und Aaron Dall (Bass) – die drei Köpfe hinter Good Cop – sind vom System und der Gesellschaft angepisst, sie blicken auf die Dinge nicht durch die verträumte rosa gefärbte Popbrille, sondern mit einer ordentlichen Wut. Und diese ist in jedem Song spürbar.

Auf Kollisionskurs mit dem musikalisch Angepassten

Wobei das Trio jetzt nicht in jeder Nummer, das Energielevel bis zur Spitze treibt. Es gibt auch die etwas entschleunigteren, ein wenig New Wave angehauchten Passagen, die immer wieder auftreten und das Gesamtbild zu einem überraschend abwechslungsreichen machen. Hinzu kommt, dass sich zwischen den lauten Gitarren, dem wilden Drumming und dem zum Teil fast schon hysterischen Geschrei immer wieder auch richtig catchy Melodien durchsetzen, die einen richtig schön durch den Song tragen.

Good Cop zeigen mit „World Piss“, dass sie ihre Hausaufgaben in Sachen Punk gemacht haben. Die Band tut, was sie will, fährt ihr eigenes Programm und kümmert sich keinen Deut um irgendetwas aktuell Angesagtes. Und genau das macht dieses Album zu einem ausgesprochen starken. Macht echt Spaß.

Michael Ternai

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Cut Surface