Bild Gina Schwarz
Gina Schwarz (c) Hans Klestorfer

GINA SCHWARZ – „Pannonica“

Die unfassbar vielseitige (Kontra-)Bassistin und Komponistin GINA SCHWARZ zeigt uns eine weitere Facette ihrer enormen künstlerischen Kraft, und präsentiert uns mit „Pannonica“ (cracked anegg records) ein neues geschlechter-, alters- und stilübergreifendes Projekt. Dabei holt sie sich Unterstützung bei der Crème de la Crème der heimischen Szene. 

Albumcover Pannonica
Albumcover “Pannonica”

Wie schon viele aufstrebende und auch etablierte Acts startete die Formation rund um Gina Schwarz als Stage-Band im Wiener Porgy & Bess. Gespickt mit Gastauftritten renommierter Künstlerinnen wie u. a. Ingrid Jensen, Marilyn Mazur und Camila Meza war der Funke zum Publikum schnell übergesprungen. Dies führte in weiterer Folge zu einer viertägigen Aufnahmesession im RadioKulturhaus, bei welcher die im Porgy dargebotenen Kompositionen und auch neues Material zu einem spannendem Doppelalbum zusammengefasst wurden.

Modernismus und Toleranz

Inspiriert  von „Jazz-Baroness“ Pannonica de Koenigswarter (geb. Kathleen Annie Pannonica Rothschild), die eine der wichtigsten Förderinnen sowie die Freundin und Muse vieler Jazzmusiker wie etwa Duke Ellington und Thelonious Monk (letzterer widmete ihr u. a. die Komposition „Pannonica“) war, spielen auch für Gina Schwarz Modernismus, Toleranz und der Gendergedanke eine zentrale Rolle. Dies spiegelt sich auch in der Besetzung dieses äußerst talentierten Ensembles wider. Neben Gina Schwarz (Bass, Komposition) begeistern namhafte KünstlerInnen wie Lisa Hofmaninger (Sopransaxofon, Bassklarinette), Judith Schwarz (Schlagzeug), Alois Eberl (Posaune), Florian Sighartner (Violine), Clemens Sainitzer (Violoncello), Philipp Nykrin (Piano), Primus Sitter (Gitarre) und Lorenz Raab (Trompete, Flügelhorn).

Der Bandleaderin war es wichtig, Musikerinnen und Musiker zusammenzubringen, welche sonst nicht miteinander arbeiten würden, und schaffte mit dieser Herangehensweise eine ganze eigene und erfrischende Dynamik der kreativen Interaktionen. Genretechnisch grob im Jazz bzw. Zeitgenössischen anzusiedeln, beeindrucken die insgesamt 23 Titel auf mehreren Ebenen. So überzeugen nicht nur die kompositorischen Fähigkeiten Schwarzs, die sich beim aktuellen Werk besonders durch die Vorgabe konzeptioneller Ideen und ein enormes Verständnis melodischer Formgebung auszeichnen, sondern auch die technische und kreative Umsetzung dieser Ideen seitens der beteiligten KünstlerInnen. Atemberaubende Soli einzelner Instrumentalistinnen und Instrumentalisten treffen hier auf spannende und facettenreiche Kollektivimprovisationen wie beispielsweise auf wunderbar arrangierte Bläsersätze und äußerst geschmackvoll gesetzte Streicherstimmen.

Insgesamt resultiert aus diesen teils ungewöhnlichen Zutaten ein einzigartiges und erfrischendes Album, welches trotz aller Unvorhersehbarkeit einen wohltuenden und im positiven Sinne homogenen Bandsound präsentiert.

Alexander Kochman

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Gina Schwarz “Pannonica” live
09.03. Porgy & Bess, Wien

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