Bild Gerald Gradwohl
Gerald Gradwohl (c) Joe Vigerl

GERALD GRADWOHL – „Raw“

Dem österreichische Gitarristen GERALD GRADWOHL gelingt es auf seinem nun erscheinenden Album „Raw“ (gtone) gemeinsam mit seiner famos aufspielenden Truppe einmal mehr, dem rockigen Jazz mit funkiger Schlagseite in schönster und spannendster Fusionmanier eine Frischzellenkur zu verpassen.

Gerald Gradwohl wird auf „Raw“ seinem Ruf, einer der vielseitigsten und versiertesten Vertreter der internationalen Fusionszene zu sein, einmal mehr in höchstem Maße gerecht. Wie man es von dem aus Niederösterreich stammenden Gitarristen mittlerweile gewohnt ist, schwingt er auch dieses Mal die ganz feine musikalische Klinge, jene, die die größte musikalische Abwechslung auf mitreißende und einfallsreiche Art zum alles bestimmenden Programm macht. Gemeinsam mit seinen kongenialen Mitstreitern Jojo Lackner (Bass), Harald Tanschek (Schlagzeug) und Thomas Kugi (Tenorsaxofon) lässt er einen Sound entstehen, in dem sich das Beste aus den Welten Jazz, Rock und Funk in unnachahmlicher Weise zu einem ganz eigenen Klang verbindet.

Musikalische Vielfalt als Programm

Die musikalische Bandbreite des Dargebotenen offenbart sich als eine sehr weite: Von richtig schön dynamisch nach vorne groovenden und mit Funkbläser-Einsätzen garnierten Passagen führt der überaus variantenreiche Weg über stimmungsvoll-ruhige, gediegen-elegante und fast schon balladesk anmutende Momente bis hin zu hochenergetischen Ausbrüchen und virtuosen Gitarre-Saxofon-Duellen, die einen in die allerhöchste Instrumentalkunst einführen. Mehr geht, was die musikalische Vielfalt betrifft, eigentlich nicht.

Cover Raw
Cover “Raw”

Das besonders Schöne an der ganzen Sache ist zudem, dass die Nummern durchgehend ihre Linie halten, sprich, dass sie straight nach vorne gehen und ihre Form nicht aufgrund einer übermäßigen Lust am Experimentieren verlieren. Natürlich sind die musikalischen Interaktionen zwischen den Beteiligten von einem sehr, sehr hohen spielerischen Niveau, nur wird dieser Umstand – und hier zeigt sich eine weitere Qualität des Viergespanns – eigentlich niemals spürbar, die Musik bleibt aufgrund ihres leichtfüßigen Charakters vom ersten bis zum letzten Ton zugänglich und offen.

Gerald Gradwohl ist mit „Raw“ auf jeden Fall ein richtig lässiges Album gelungen, eines, das wirklich viel Spaß macht, weil es modern und frisch klingt und auch sonst in ungezwungener Weise mit althergebrachten traditionellen Regeln bricht.

Michael Ternai

Gerald Gradwohl Group live
22.10. Jazz in the City, salzburg
24.11. Topos, Leverkusen (D)
25.11. Bergkeller, Reichenbach (D)

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