Gansch & Roses

Gansch & RosesAm 30. April gastieren Gansch & Roses im Porgy&Bess: Schrill und schräg, charmant und rasant, verträumt und fröhlich, frech und schön schnulzig. Von einer der verspieltesten Jazzplatten des Jahres ist zu berichten: Gansch and Roses. Das Album “Gansch and Roses” mit der gleichnamigen Formation enthält eine knappe Stunde ausgelassenster Performance zwischen Jazz, vergnüglich-schräg geblasenen Volksmusik-Reminiszenzen und Einsprengseln aus den denkbar verschiedensten musikalischen Welten.

Dabei ist der Sound unerhört luftig und doch keinen Ton lang blass. Ein steter, organischer Fluss von Klangfarben, die transparent und doch geerdet sind. An den Instrumenten um den Trompeter Thomas Gansch agieren vorwiegend Musiker des Vienna Art Orchestra, u. a. Sax-Player Florian Bramböck und Harry Sokal, Posaunist Ed Partyka und Bassist Georg Breinschmid. (.)Mit der Gruppe “Mnozil Brass” strebt Gansch aus den goldenen Sälen der Klassik zu den Wurzeln österreichischer Blasmusik: Mitreißend und manchmal zum Sterben schön, (.) kultiviert er “angewandte Blasmusik für alle Lebenslagen” und führt den Leuten vor Augen, dass die hiesige Volksmusik in all ihrer Vielfalt noch nicht der Käseglocke konservativer Brauchtumschützer oder anderen Missbräuchen zum Opfer gefallen ist, sondern dass sie lebt. (.) Dass sie ebenso gut wie andere Volks- und Kunstmusiken begeistern und berühren kann. Und dass sie trotz ihrer Bodenständigkeit in der Lage ist, sich anderen Musikstilen bis zum Kommerz zu öffnen, diese zu integrieren und so zu einem neuen musikalischen Ausdruck zu finden. Unterschiedliche Stile werden innerhalb der einzelnen Stücke und damit auf engstem Raum miteinander verbunden. (.)

Gansch weiß: Was er macht, ist nichts für Puristen. Keine Schnulze, kein Pop-Hit ist vor den frechen Arrangements sicher, und das alles mit der Kraft eines feuchtfröhlichen Frühschoppens. Er entwickelt intellektuell-ironische Arrangements für kleinere und größere Ensembles. Während er quer durch die Musikgeschichte düst, finden kaputte Schönheit und liebreizende Derbheit bei ihm zu einem homogenen Ganzen, traditionelle Swing-Beats verbünden sich mit filigraner Melodik. Und dabei spielt Humor eine ebenso große Rolle wie die Melancholie. Das muss man wissen, um eine Vorstellung von “Gansch and Roses” zu haben: Dass die Musikanten Märsche, Walzer und Polkas intus haben. Also angewandte Blechmusik. Dass Gansch ein Multilinguist unter den Jazzmusikern der Gegenwart ist – fähig, sich gleichermaßen mit Walzer, Pop- und Neuer Musik auseinander zu setzen. (Werner Rosenberger / Porgy&Bess)

Fotos: Homepage Gansch & Roses

 

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