Bild Fräulein Hona
Fräulein Hona (c) Yavuz Odabas

FRÄULEIN HONA – „of circles and waves“

Ihre Talentprobe haben FRÄULEIN HONA ja schon mit ihrem viel gelobten 2013er-Debüt „the ground beneath our feet“ abgeliefert. Mit „of circles and waves“ erscheint Anfang Oktober nun das zweite Album der jungen Wiener Formation. Und – es hat sich schon auf dem Erstlingswerk angekündigt – hier ist eine Band am Werken, die zu höheren Ehren berufen ist.

Es ist ihre Natürlichkeit, die diese Band ausmacht. Kerstin Eckert (Gesang, Gitarre, Piano, Percussion, Melodica), Melanie Künz (Gesang, Gitarre, Cello, Percussion, Glockenspiel, Melodica), Johanna Schmid (Gesang, Gitarre, Piano, Cello, Ukulele, Percussion) und Judith Prieler (Gesang, Violine, Glockenspiel, Percussion) – die vier Köpfe hinter Fräulein Hona – geben sich einfach, wie sie sind. Genau an der Stelle, an der manch andere Acts sich dazu verleitet fühlen, sich dem Mainstream anzunähern, bleiben Fräulein Hona authentisch und ungekünstelt. Die Wiener Combo verzichtet auf jedes große Schauspiel und jede überbordende Gestik, auf eine charmante, unbekümmerte Art besinnt sie sich einmal mehr auf das Wesentliche, auf ein etwas Weniger, das sich aber durch das Gespür für eindringliche Melodien, hervorragendes und abwechslungsreiches Songwriting und eine edle Zurückhaltung zu etwas musikalisch wirklich Besonderem entwickelt.

Ein schöner Moment nach dem anderen

Cover "of circles and waves"
Cover “of circles and waves”

Ihre in Englisch und Deutsch gesungenen und stilistisch irgendwo zwischen den Polen Akustik-Pop und Folk angesiedelten Lieder lösen etwas aus, sie pflanzen Bilder in Köpfe und sorgen für viele, viele intensive Gefühlsschauer. Auf „of circles and waves“ wird auch schon einmal eine Träne vergossen und sich in schönster Weise der Melancholie und dem Herzschmerz hingegeben. Auf der anderen Seite zeigen sich die Musikerinnen aber auch unbeschwert, zuversichtlich, verträumt und zuweilen auch augenzwinkernd frech. Es fällt wirklich schwer, einzelne Höhepunkte herauszupicken, denn wirklich jeder Song auf dem Album besitzt seinen eigenen unvergleichlich schönen Moment, der einen richtiggehend fesselt und das Rundherum für wenige Augenblicke vergessen lässt.

Johanna Schmid, Kerstin Eckert, Melanie Künz und Judith Prieler machen auf „of circles and waves“ so ziemlich alles richtig, was man nur richtigmachen kann. Die vierköpfige Band hat, was die Qualität der Lieder betrifft, nicht nur einen Schritt, sondern gleich mehrere nach vorne gemacht und dürfte – wie auch schon mit ihrem Debüt – einiges an Aufsehen erregen. Ein wirklich schönes Stück Musik.

Michael Ternai

 

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