FOCUS ACTS 2017: Acht Österreichische Acts erhalten Spitzenförderung

Bereits zum dritten Mal wird heuer die internationale Spitzenförderung „FOCUS ACTS“  für heimische Künstler vergeben. Dieses Jahr werden die österreichischen Acts ELEKTRO GUZZI, MANU DELAGO, MOTHER´S CAKE, FAREWELL DEAR GHOST, GASMAC GILMORE, MARIO ROM´S INTERZONE, NIHILS und CHRISTOPH PEPE AUER jeweils mit einem Reisekostenbeitrag von bis zu 5.000 Euro  – dotiert und abgewickelt durch das Bundeskanzleramt – für internationale Exportprojekte – unterstützt.

„Seit einigen Jahren gibt es eine Vielzahl junger heimischer Acts aus allen zeitgenössischen Genres, die bei von uns organisierten Veranstaltungen und auf nationalen und internationalen Showcase-Festivals begeistern und in weiterer Folge von internationalen Festivals und Clubs gebucht werden. Diese Auftritte sind aber oftmals nicht kostendeckend, denn nur bereits etablierte Acts werden gut bezahlt. Genau hier setzt das Programm Focus Acts an. Es schafft für die jungen Musikschaffenden die finanziellen Voraussetzungen, um möglichst viele internationale Auftritte wahrnehmen zu können und um damit Erfahrungen zu sammeln und ihr Publikum zu finden, damit sie in den nächsten Jahren in die Liga der gut bezahlten Acts aufsteigen können”, erklärt Franz Hergovich von mica – music austria die neue Förderschiene, die 2015 initiiert wurde und das Portfolio des Musikexportbüros ergänzt.

Bild Elektro Guzzi
Elektro Guzzi (c) Klaus Pichler

ELEKTRO GUZZI  –  TECHNO FRISCH GESPIELT

Sie treten in klassischer Bandbesetzung auf – Drums, Guitar und E-Bass, doch gespielt wird feinster Minimal Techno.  „Wir sehen uns definitiv als Band und haben immer wie eine Band gearbeitet“, so Bernhard Breuer, studierter Jazzschlagzeuger, dessen Bandkollegen Bernhard Hammer (Gitarre) und Jakob Schneidewind (Bass) ebenso einen akademischen Zugang zu ihren Instrumenten besitzen. Gegründet in 2004 warteten die Profimusiker noch ein paar Jahre bis sie sich der Öffentlichkeit präsentierten. 2010 erschien das Debütalbum Parade beim Berliner Label Macro, produziert wurde es von Patrick Pulsinger.
Es folgten Auftritte bei namhaften Festivals wie Sónar, Mutek, Roskilde und Melt sowie eine erfolgreiche Clubtour im Herbst/Winter 2016. Wer Elektro Guzzi jemals live gesehen hat, weiß um die energetischen Qualitäten des Trios – ganz zu schweigen von der aberwitzigen Bild-Ton-Schere, die es bei seinen Auftritten entwickelt. 2017 möchte sich die Band auf den internationalen Markt konzentrieren, um die aktuellen Releases Clones und Parade zu präsentieren. Der Fokus liegt dabei auf internationalen Festivals mit den Schwerpunkten Europa und Südamerika. Bisher konnten europaweit einige Termine fixiert werden, außerdem gibt es  bereits Kontakte nach Südamerika sowie Einladungen zu zwei Festivals in Argentinien.

Bild Manu Delago
Manu Delago (c) Mirko De Nicolo

MANU DELAGO  –  DER MANN MIT HANG ZUM HANG

Manu Delago ist durch und durch Musiker: mit 2 Jahren begann er Schlagzeug zu spielen, lernte Ziehharmonika und auch Klavier. Nach dem Besuch des Musikgymnasiums Innsbruck studierte Manu Delago klassisches Schlagwerk an der Universität Mozarteum, übersiedelte kurz darauf nach London und absolvierte dort seinen Master an der Guildhall School of Music sowie  ein Kompositionsstudium am Trinity College of Music. Zeitgleich gründete er seine eigenen Bands Manu Delago Handmade und Living Room, veröffentlichte sämtliche Alben und begann weltweit zu konzertieren. Vor einigen Jahren entdeckte er das Schweizer Klangwunder Hang für sich und machte via Youtube auf sich aufmerksam. Dies brachte ihm in weiterer Folge Kollaborationen mit hochkarätigen KünstlerInnen wie Anoushka Shankar, Andreya Triana, Joss Stone, Shpongle und Björk ein. Ebenso trat er regelmäßig mit seinen eigenen Ensembles auf der ganzen Welt auf und präsentierte vor kurzem sein Concerto für Hang & Streichorchester mit dem London Symphony Orchestra. Anfang 2017 veröffentlichte Manu Delago sein drittes Soloalbum Metromonk auf dem renommierten englischen Label Tru Thoughts Records und knüpfte damit an seine jüngsten Erfolge an: Erst 2015 wurde sein zweites Album Silver Kobalt von etlichen Kollegen und Tastemakern regelrecht mit Lob überschüttet.

Bild Farewell Dear Ghost
Farewell Dear Ghost (c) Christoph Liebentritt

FAREWELL DEAR GHOST  –  GROSSE GESTEN UND GEFÜHLE

Philipp Szalay startete Farewell Dear Ghost als Soloprojekt und produzierte das Debütalbum We Colour The Night  (Schönwetter) im Alleingang. Erst im Nachhinein stellte er sich die Frage der live-Umsetzung und so gibt es seit 2015 eine fixe Besetzung mit Philipp Szalay, Philipp Prückl, Alex Hackl und Andreas Födinger. Durch das neue Bandgefüge wuchs das Projekt, frische Dynamiken entstanden. Im Frühling 2015 tourte die Band durch China und verarbeitete die Eindrücke in der Anfang 2016 erschienenen EP „Skin(ink music). Das Minialbum ist beladen mit großen Gesten und Gefühlen, wohldosierter Pathos trifft gleichermaßen auf Zweifel und Hoffnung. Die darauf folgende Einladung zum Eurosonic Noorderslag Festival 2017 bot erstmalig die Möglichkeit, sich dem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Im Vorfeld wurde die Band vom renommierten britischen Onlineblog „Drowned In Sound“ als einer von 5 Must-See-Acts des Festivals gelistet. Im Herbst 2017 erscheint das zweite Studioalbum der Band, weitere Showcasefestivals sind rund um den Release geplant. Neben der Zusammenarbeit mit Schöneberg in Deutschland bzw. Mainland in der Schweiz sind bereits weitere internationale Partner im Gespräch. Ab Mai sind Farewell Dear Ghost in Zentraleuropa unterwegs, mit besonderem Fokus auf Deutschland, im August geht es für die Band wieder nach China.

Bild (c) Mother´s Cake

MOTHER’S CAKE  –  AUSTRIA GOES AUSTRALIA

Mother’s Cake ist definitiv eine der Bands, die man im Jahr 2017 auf dem Radar haben sollte. Das Trio aus Innsbruck ist, trotz der Verortung im Progressive Rock, auf ihrem neuen Album No Rhyme No Reason so eingängig, wie es sich manche Pop-Acts wünschen würden. Yves Krismer (Gesang, E-Gitarre), Benedikt Trenkwalder (E-Bass) und Jan Haussels (Schlagzeug) treiben schon seit dem Jahre 2008 unter dem Namen Mother’s Cake ihr Unwesen und traten bereits bei Größen wie den Deftones, Iggy Pop oder Wolfmother  im Vorprogramm auf. Dem Sänger Yves Krismer hört man seine Herkunft nicht an, im Gegenteil, würde man behaupten er stamme aus den Vororten Birminghams oder wäre Stammgast am Sunset Boulevard in LA. Die Produktion des Debütalbums wurde durch die Zusammenarbeit mit dem mittlerweile verstorbenen The Mars Volta-Keyboarder Ikey Owens international und hochkarätig unterstützt.
Mother‘s Cake bedienen eindeutig eine musikalische Nische und die logische Schlussfolgerung ist: raus aus Österreich und rein in den internationalen Markt. Der Fokus liegt momentan auf Festivals und Clubshows in Deutschland und Benelux, Ende des Jahres ist die Band auf Tour in Australien. In allen Territorien gibt es bereits Label- und Vertriebspartner sowie Booking-Agenten. Momentan wird an der Erschließung neuer Märkte in Holland, Frankreich und UK gearbeitet.

Bild (c) Pressefoto

GASMAC GILMORE  –  EIN ALBUM, ZWEI SPRACHEN

Die Wiener Band meldet sich mit „Begnadet für das Schöne“ (Sound To People) in alter, aber doch nicht ganz unveränderter Frische zurück. Matthias Wick (Gesang, Gitarre), Max Berner (Schlagzeug), Elias Berner (Gitarre) und Victor-Ezio Gabriel (Bass) setzen feinste Metal-Riffs neben tanzbare Polkapassagen, fette Bläserklänge des Balkans übernehmen eine tragende Rolle, und auch der Klezmer und der Punk fließen da und dort weiter ein. Neu ist, dass Frontmann Matthias Wick fast ausschließlich auf Deutsch singt, obwohl das Album von James Loughrey in London produziert worden ist. Der Wechsel der Sprache tut dem Sound der Band sehr gut, er klingt eigenständiger und unverwechselbarer. Der aktuelle Fokus liegt auf Deutschland, seit Jänner 2017 arbeiten Gasmac Gilmore mit der deutschen Bookingagentur „Extratours Konzertbüro“ zusammen und eine ausgedehnte Deutschland Tour ist bereits im Entstehen. Ziel ist es, am deutschen Markt Fuß zu fassen und die Festivalsaison 2018 bespielen zu können, wobei bereits erste Angebote vorliegen. Die Bewerbungen der Tour wie auch des Albums übernehmen die deutschen Agenturen Another, Media Luchs sowie Netinfect.  Zeitgleich beginnt man auch den „nicht-deutschsprachigen“ europäischen Livemarkt für 2018 zu bearbeiten, dafür erscheint das Album auch in englischer Sprache.

Mario Rom´s Interzone (c) Severin Koller

MARIO ROM’S INTERZONE – JAZZ, UNTERHALTSAM UND SPANNEND

Das junge österreichische Trio Mario Rom’s INTERZONE muss man den Meisten wahrscheinlich nicht mehr vorstellen: Mario Rom (Trompete), Lukas Kranzelbinder (Bass) und Herbert Pirker (Schlagzeug) sind eine vielversprechende Band innerhalb des jungen, wilden, europäischen Jazz. Die Konzerttätigkeit der Band führte sie bereits rund um den Globus nach Mexiko, China, Argentinien, Südafrika, Marokko, Tunesien, Katar, Israel sowie durch ganz Europa. Die drei spielen Jazz nach dem Motto „Alles ist erlaubt”, mit dem Hauptaugenmerk auf Improvisation, Spontanität und Kommunikation. Dafür werden sie auch von der Fachpresse gelobt, so spricht zum Beispiel DIE ZEIT von „3 jungen Wilden, von einem Leben gezeichnet, das sie noch nicht haben konnten, zu allem entschlossen“. Im Herbst 2017 wird das neue Album Truth Is Simple To Consume veröffentlicht. Wirtschaftliche Strukturen sind vorhanden, der Zeitplan durchdacht, die Promo läuft und gerade wird eine Videoserie vorbereitet. Weitere Highlights sind einerseits eine Tour durch Kanada im Juni 2017, bei der renommierte Jazzfestivals bespielt werden (Edmonton, Vancouver, Toronto, Ottawa, Montreal) sowie eine weitere Festivaltour durch Indien im November 2017.

NIHILS (c) Livia Alcalde

NIHILS – GEKOMMEN, UM ZU BLEIBEN

Die Elektropopband Nihils aus Tirol wurde 2011 als Quartett gegründet und ist mittlerweile als Trio unterwegs – Ramon Riezouw (Gesang, Piano), Florian Nothegger (Gitarre) und Thomas Lackner (Schlagzeug). Nach einer stilistischen Umorientierung im Jahr 2014 klingen die Vier nun elektronischer im Vergleich zu ihrem zuvor eher von Indie angehauchten Sound. Die bis dato erfolgreichste Single Help our souls hat bereits über 4 Millionen Streams –  der Remix schaffte es sogar auf über 20 Millionen und rotierte landesweit in den Radiostationen auf und ab. Dieser Track brachte sie 2015 dann schlussendlich auf das SXSW Festival in Texas und als Support für 30 Seconds to Mars auf die internationalen Bühnen. Nun ist endlich das Debüt Album „Perspectives“  da – ein Mix aus zeitloser Pop-Musik gepaart mit modernen und frischen Elementen. An die landesweite Aufmerksamkeit wollen NIHILS jetzt in erster Linie in den Nachbarländern anknüpfen. In Deutschland arbeitet die Band mit Four Artists zusammen und konnten erst kürzlich als Support der deutschen Electro-Pop Band Claire in allen deutschen Clubs auf sich aufmerksam machen. Im Sommer spielt die Band auf namhaften Festivals in Deutschland und Österreich und wurde zu einer Live-Session ins Red Bull Studio geladen. Auch in der Schweiz gibt es Interesse diverser Partner und bereits drei fixierte Termine für 2017. Weiters steht Spanien am Plan, die Partneragentur „Madness Live“ arbeitet gerade an der Realisierung von drei Shows für Anfang Sommer.

Christoph Pepe Auer (c) Julia Wesely

CHRISTOPH PEPE AUER VERBEUGT SICH MUSIKALISCH VOR DEN 1990er JAHREN

Seine musikalische Karriere hat Christoph Pepe Auer als Schlagzeuger begonnen und entdeckte erst später das Saxophon für sich, was ihn unweigerlich zum Jazz führte. Doch er ist nicht nur Musiker, sondern nebenbei auch Gründer von Session Work Records. Unter dem Namen Living Room  tourte der gebürtige Tiroler regelmäßig mit Manu Delago sowie dem Christoph Pepe Auer Quartett. 2005  gewann er den Hans Koller Preis „Newcomer of the Year“ und im Jahr 2007 das „New York Stipendium“. Auer ist viel beschäftigt und ließ sich daher viel Zeit für sein erstes Soloalbum: Auf „Songs I Like“ (Session Work Records) reflektiert er seine Vergangenheit und auch die Tatsache, mit Ö3 aufgewachsen zu sein: „Ich muss das so hinnehmen. Einige dieser Songs hab ich nun aufgegriffen und auf der CD unter dem Titel „90s Therapy“ verarbeitet.“ Sich musikalisch im Spannungsfeld zwischen Jazz, Pop, Elektronik und Kammermusik hin und her bewegend, entwirft der Musiker ein Klanguniversum, das in den unterschiedlichsten Farben schimmert. Live umgesetzt wird das Werk als Quartett mit Christoph Pepe Auer (Klarinette & Saxophone, electronics), Mike Tiefenbacher (Piano), Marie Spaemann (Cello, Gesang) und Gregor Hilbe (Schlagzeug, electronics). Beim Besuch der Messe Jazzahead in Bremen konnte die Agentur O-Tone Music als Partner gewonnen werden. Eine exklusive Veröffentlichung in Deutschland folgte im April 2017 und wird im Herbst dieses Jahres mit einer Tour unterstützt. Weitere Partner sind Q-rious Music als Promotionagentur und Edel Records als Vertrieb.

FOCUS ACTS 2017 – DIE KRITERIEN

Das Programm Focus Acts fördert den internationalen Aufbau junger heimischer KünstlerInnen. Antragsberechtigt sind österreichische MusikerInnen aus den Genres Pop/Rock/Elektronik, Neue Musik, Jazz & World Music, die im Rahmen der Aktivitäten von Austrian Music Export von internationalen Jurys und Festivals ausgewählt wurden. Kriterien für die Förderung sind das Vorhandensein von internationalen Strukturen und Businesspartnern (Booking, Label, Vertrieb, Promotion, Management) sowie ein schlüssiges Exportkonzept. AntragstellerInnen müssen zum Zeitpunkt der Einreichung mindestens zehn internationale Konzerte für den geförderten Tourzeitraum vorweisen können. Pro Act / SolokünstlerIn / Ensemble kann ein Reisekostenbeitrag von maximal EUR 5.000 beantragt werden. Die nächste Ausschreibung findet im Herbst 2017 statt.

Austrian Music Export ist die gemeinsame Exportinitiative von mica – music austria und dem Österreichischen Musikfonds. Unterstützt wird Austrian Music Export von