FIRN – „Mute“

Ein elektronischer Klang zwischen Atmosphäre und Tanzbarkeit, der sich aufgrund seiner ungewöhnlichen musikalischen Vielfalt einer eindeutigen Zuordnung auf wirklich aufregende Art entzieht – genau einen solchen bekommt man auf „Mute“ (Natal Records), dem neuen Album des Grazer Produzenten FIRN, geboten.

Nein, musikalische Eindimensionalität ist definitiv nicht das Ding des Grazer Soundtüftlers FIRN. Hört man sich durch sein neues Album „Mute“ wird schnell klar, dass man es hier mit jemandem zu tun hat, der seine eigenen Akzente setzen will und sich von den vorgegebenen Mustern doch recht deutlich wegbewegt. Er lässt einen Sound elektronischer Musik erklingen, der seinen Ausdruck in einer ausgesprochen abwechslungsreichen und geheimnisvoll sphärischen Note findet und dessen Bogen sich weit spannt, vom Elektropop und Trip-Hop über Drum ‘n’ Bass und Dance bis hin zum Techno.

Firn feat. CMA – Only Want from Natal Rec. on Vimeo.

Atmosphärisch und tanzbar

Aber es ist nicht nur alleine die stilistische Vielfalt, die der Musik dieses Künstlers ihre unverkennbare Sprache verleiht, sondern auch die zum Teil experimentelle und sehr detailreiche Art, mit der die einzelnen Elemente miteinander verbunden sind. FIRN lässt das Geschehen auf „Mute“ geschickt zwischen Song und Instrumental einpendeln, er schaffet Klangbilder voller Atmosphäre und Drive, die – durch Gastbeiträge von diversen Künstlerinnen und Künstlern wie etwa der peruanischen Sängerin CMA (u.a. „Come With Me“ oder „I Can Do It“) oder dem Wiener Gitarristen Holzklotz (See This World) veredelt – eine starke Anziehungskraft entwickeln und einladen, tief in die Musik einzutauchen und sich tanzend einfach mittreiben zu lassen.

FIRN zeigt sich auf „Mute“ als ein Produzent, der weiß, wie man mit Klängen und Beats umgeht und sie zu einem echten Hörerlebnis werden lässt. Seine Nummern klingen eigenwillig und erfrischend anders und bieten viele Überraschungen, sodass sie auch nach mehreren Durchläufen nichts von ihrem Reiz verlieren.

Michael Ternai

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Link:
Natal Records
Natal Records (bandcamp)