FILOU – „Feste Farben“

Die Wiener Band FILOU begeistert mit neuen Songs: Das Album „Feste Farben“ (Problembär Records), das im März 2016 veröffentlicht wurde, ist bereits das dritte Werk des Quartetts. Mit scharfzüngigen Texten und lässigem Indie-Pop erhellen die vier die Gemüter ihrer ZuhörerInnen.

Alteingesessener Indie-Pop war gestern, denn Filou ist zurück und wirbelt wieder einmal alles auf. Der einst eher lose Zusammenschluss der um den Schriftsteller Lukas Meschick formierten Band hat seine endgültige Besetzung seit 2009, seit dem ersten Release im Jahr 2011 ist alles fix. Lukas Meschick (Gesang, Gitarre, Klavier, Synthesizer), Christoph Kornauth (Bass, Gesang), Kaspar Dziurdź (Gitarre) und Robin Prischink (Schlagzeug) sind die Musiker der Band. Bei ihrem Debüt wurde Filou noch eine Ähnlichkeit mit Tocotronic nachgesagt, heute jedoch hat das Vierergespann seinen eigenen, unverwechselbaren Stil, den es bei jeder Gelegenheit live präsentiert.

„Ich steig‘ in den Sound, wie in feste Farben, wie in weichen Schleim“

Cover "Feste Farben"
Cover “Feste Farben”

Das Album steigt ein mit dem Song „Mein Kopf“, der mit einem schiefen Grinsen die ironische Geschichte des Kopfes besingt, der „mehr verwaltet als lenkt“. Gitarrenlastig und mit schweren Drums ist das Lied witzig und ein erfrischender Einstieg. Es geht weiter mit dem Titelsong, wobei der Titel – anders als der Albumname – „Sound“ lautet, in den Lyrics jedoch wird in den Sound gestiegen „wie in feste Farben“. Das Indie-Element der Band kommt hier richtig zum Vorschein, man möchte zu dem Song tanzen und laut mitsingen, er schleicht sich durch die Ohren in den Kopf und entwickelt sich zum ultimativen Ohrwurm. Nach einem gefühlvollen Song namens „Fuchsjagd“, in der der Fuchs als Metapher verwendet wird, hört man schließlich „Wie die Welt“, die Stimmung versinkt ein bisschen in Nostalgie gemixt mit einem Hauch Melancholie. Der Synthesizer ist hier melodiegebend, der Beat langsam und träge.

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Die Stimmung steigt jedoch sofort wieder und nach einigen Liedern gelangt man zu „Mama“, dessen Musikvideo erst kürzlich erschien und das vom Abschied handelt. Interessanterweise ist die Atmosphäre nicht gedrückt, sondern fröhlich, was daran erinnert, dass ein Abschied auch etwas Schönes sein kann. Wer auf Wortspiele und Wortwitz steht, sollte sich unbedingt „Jam Lazy“ anhören, denn dieser Track ist voll davon. Mit melodischen Melodien und knackigen, schlagfertigen Lyrics bringt es alle zum Lächeln. Nach einer Ballade über das Heute schließt das Album mit dem Song „Voegel“ –  einem der besten Songs des Albums. Wiederum nostalgisch und mit genialem Text breitet sich ein Teppich wunderbarer Musik aus, in dem sich diverse Instrumente und die Stimme miteinander verflechten, sich wieder lösen und dahinplätschern wie ein Bach.

Das dritte Baby von Filou ist nicht minder überzeugend als die beiden davor und man kann deutlich erkennen, wie sich die Band weiterentwickelt. Bei Konzerten der Band kann man sich selbst ein Bild von dem Quartett machen, und zwar am 8. Oktober 2016 im fluc in Wien und am 22. Oktober 2016 im Offenen Kunst- und Kulturhaus in Vöcklabruck.

 

Antonia Seierl

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