FIJUKA – „Use My Soap“

Vor rund zwei Jahren quasi aus dem Nichts auf der Bildfläche erschienen, hat sich FIJUKA – dank eines überragenden Erstlingswerks – in einem rasenden Tempo von einem Geheimtipp zu einer fixen Größe im heimischen Popzirkus entwickelt. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Können ANKATHIE KOI und JUDITH FILIMÓNOVA  die beiden Köpfe hinter dem aufsehenerregenden Pop-Projekt – ihrem Debüt mit „Use My Soap“ (Seayou Records) noch eines draufsetzen? Die Antwort ist ein dick unterstrichenes JA.

Der deutsch-österreichische Popzweier – der im Grunde genommen durch die personelle Erweiterung durch Ivo Thomann (Schlagzeug) und Patrick Stürböth (Synthesizer) keiner mehr ist – setzt den auf dem hochgelobten Erstlingswerk eingeschlagenen Weg konsequent fort. Warum sollten Ankathie Koi (Gesang, Synthesizer) und Judith Filimónova (Bass, Gesang) von ihrer Erfolgsformel, nämlich den glanzvollen Popsound der 1980er-Jahre à la Kate Bush in ein modernes Klanggewand zu hüllen, auch abgehen?

Und dennoch, obwohl vieles ähnlich scheint, erklingt einiges doch ganz anders. Die Nummern auf „Use My Soap“ wirken im Vergleich zu den alten dem ersten Eindruck nach noch mehr in der Gegenwart angesiedelt und soundtechnisch aufgepeppt. Sprich, sie haben das auf dem ersten Album noch stilbildende Retrogewand abgelegt oder zumindest deutlich zurückgefahren. Auch hat eine gewisse Eingängigkeit Einzug gehalten. Die Songs sind gradliniger und schneller auf den Punkt gebracht.

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Ein Ohrwurm nach dem anderen

Dagegen überhaupt nicht verändert hat sich die Qualität der Musik. Ankathie Koi und Judith Filimónova beweisen einmal mehr ihr Händchen für exzellentes und abwechslungsreiches Songwriting. Zwischen richtig schön tanzbar („Dark Day“), lässiger Attitüde („Donna“), geheimnisvoll („Ca Ca Caravan“) und bittersüß-melancholisch („What The Eye Doesn‘t See) hin- und herpendelnd, zaubert das keinem Experiment abgeneigte Zweiergespann auch dieses Mal in sehr vielfältiger und vor allem stilvoller Weise einen Ohrwurm nach dem anderen aus dem Hut. Keine Nummer ähnelt der anderen, jede erzählt ihre eigene Geschichte, wodurch der Spannungsgehalt des gesamten Albums auch vom ersten bis zum letzten Ton hoch bleibt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Fijuka mit „Use My Soap“ einmal mehr ein wirklich begeisterndes Stück Popkunst gelungen ist, eines, das der Band auf alle Fälle viele neue Fans bescheren wird. Und das definitiv nicht nur hierzulande.

Michael Ternai
Fijuka live
13.10. WUK, Wien
05.11. ArtDesign 2015, Feldkirch

Fotos Fijuka © Clemens Schneider

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