Fiago zu Gast im Gartenbaukino

Mit Fiago ist am 10. Oktober ein Duo im Wiener Gartenbaukino zu Gast, das sich stilistisch ganz und gar dem Elektropop der Prägung achtziger Jahre mit modernen Einflüssen verschrieben hat. Mit im Gepäck hat die aus Graz stammende Formation ihr im Vorjahr erschienenes und von allen Seiten vielbeachtetes Debüt “sun, tits and a hammer”.

Hört man sich heute durch die Charts beschleicht einen das Gefühl, dass der Sound der achtziger Jahre wieder schwer im Kommen ist. Eine Band, die sich ebenfalls auf die Zeitreise zurück in die Zeit der Synthieklänge, Schulterpolster und Föhnfrisuren begibt, ist die Grazer Truppe Fiago. Hinter dem Projekt stehen die beiden Elektroniker Max Tertinegg und Markus Jausovec. Mit einem Track auf der vielbeachteten Compilation Habitat G, konnte das Duo im Jahre 2001 erstmals auch auf sich aufmerksam machen. Danach wurde es allerdings recht still um Fiago. Allerdings waren die beiden Musiker nicht untätig, sondern widmeten sich eigenen Projekten. Tertinegg versuchte sich als “max Min” erfolgreich Singer/Songwriter, während Jausovec sich unter dem Namen Sove verspieltem, elektronifiziertem Soul hingab.

Nach sechs Jahren schließlich meldeten sich  Max Tertinegg und Markus Jausovec mit dem Disco-Kracher “My TV” zurück. Und das ordentlich. Es gab kaum eine Party oder Veranstaltung, bei der die Nummer nicht auf und ab gespielt wurde. 2008 legten Fiago mit “sun, tits and a hammer” schließlich noch das viel beachtete Debüt nach. Ihren Stil bezeichnet das Duo selbst als “Risco”, was nicht anderes als “die Verschmelzung von Rock und Disco, Bierbauch und Sixpack, Landjugend und Studentenclub” bedeutet. Besser lässt sich die Musik von Fiago tatsächlich nicht umschreiben. Schwer zu überhören sind die musikalischen Vorbilder, an denen sich die Beiden orientieren. Ein wenig Zootwoman, ein wenig Daft Punk, hin und wieder ein paar Kraftwerkzitate dazu kritische Texten mit einer Portion Ironie und fertig ist ein Song aus der Hit- Schmiede Fiago.

Was Fiago zudem richtig gut können, ist live zu spielen. Wobei sie je nach Anlass, ihre Songs als rein akustisches (Gitarre, Bass, Schlagzeug) oder als elektronisches Set zur Aufführung bringen. Konzerte des Trios entwickeln sich regelmäßig zu höchst unterhaltsamen Events. Auf jeden Fall versteht es das Duo sogar im kleinsten Raum ausgelassene Stimmung zu verbreiten und das Publikum zum Abtanzen zu animieren. Bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft noch einiges von diesem Grazer Duo zu hören sein wird.(mt)

 

Foto: Karin Lernbeiß

 

 

Fiago
Gartenbaukino

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