Festival 4020
Festival 4020

Festival 4020: Verrückte Herzen

Festival 4020: Verrückte Herzen – was lässt sie rasen, aus dem Takt kommen, stolpern und höherschlagen? Komponistinnen und Komponisten, Musikerinnen und Musiker sind in den besten Momenten ihrer künstlerischen Arbeit oftmals angetrieben von dem, was ihnen ganz nah am Herzen liegt – und finden damit auch unmittelbaren Zugang zum Publikum.

Ein wesentlicher Grundpfeiler des Festival 4020 ist es, Künstlerinnen und Künstler aus Linz und darüber hinaus mit jenen aus anderen Wirkungsregionen und Musikkulturen zusammenzubringen. Der Austausch zwischen erfahrenen und am Beginn ihrer Laufbahn stehenden Musikerinnen und Musikern, zwischen Kindern, Jugendlichen und faszinierenden Kunstschaffenden soll Erlebnishorizonte erweitern und prägende Erfahrungen ermöglichen.

Im Zentrum des Festival 4020 stehen charismatische Künstlerpersönlichkeiten und die Musik, die ihnen am Herzen liegt, wie die Herzkammern musikalischen Erlebens: Glaube, Liebe, Hoffnung.

Artists und Composers in Residence

Nurit Stark (Violine, Viola)

Nurit Stark wurde 1979 in Tel Aviv / Israel geboren. Sie studierte Violine bei Haim Taub (Israel), bei Robert Mann (Juilliard School of Music in New York), beim Alban Berg Quartett (Hochschule für Musik Köln) und bei Ilan Gronich (Universität der Künste Berlin). Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und war Stipendiatin der Ilona Kornhauser Stiftung sowie der America-Israel Cultural Foundation. Als Duo gemeinsam mit Cédric Pescia (Klavier) wird sie von der Forberg-Schneider Stiftung gefördert. Die Debüt-CD mit Werken von George Enescu und Ferruccio Busoni erschien bei Claves.

Als Kammermusikerin trat sie bei zahlreichen Festivals u.a. in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern, in Lockenhaus, beim Mozart Festival, beim Rheingau Festival, beim Davos Festival und bei den Donaueschinger Musiktagen auf. Sie spielte u.a. in der Carnegie Hall New York, der Philharmonie Berlin, im Wiener Konzerthaus, in der Wigmore Hall London, der Tonhalle Zürich und im Palais des Beaux Arts Brüssel. Als Konzertmeisterin wirkte sie im Orchestre de Chambre de Lausanne und im Mahler Chamber Orchestra mit und arbeitete als Solistin mit dem Kammerorchester Litauen, mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, mit dem Münchner Rundfunk Orchester und mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Ihre Liebe zur zeitgenössischen Musik führte zu Uraufführungen und zur Zusammenarbeit mit Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Viktor Suslin und Georg Nussbaumer. 2010 gründet Nurit Stark gemeinsam mit dem Pianisten Cédric Pescia und dem Cellisten Valentin Erben das Klaviertrio Trio Stark. Sie spielt eine Violine des Geigenbauers Petrus Guarnerius di Mantua aus dem Jahr 1710.

Sie ist in unterschiedlichen Formationen und Programmen zu hören:

2. Mai 2019
19.30 Uhr: Ernest Bloch „Poème Mystique“ gemeinsam mit Cédric Pescia (Klavier)
21.00 Uhr: Heinrich von Herzogenberg „Legenden“ gemeinsam mit Cédric Pescia (Klavier)

3. Mai 2019, 19.30 Uhr:
Tristan Murail „C’est un jardin secret …“ für Viola solo
Toru Takemitsu „And thenI knew it’was wind …“ für Flöte, Viola und Harfe (mit Ensemble 4020)

4. Mai 2019, 19.00 Uhr:
Luciano Berio „Duetti“ per due Violini mit Rahel Sögner (Violine)

Sivan Arbel (vocals)

The young Israeli vocalist, composer and arranger lives in New York City since November 2014. She has begun to make her mark in the local and international jazz scenes, performing on stages across the world. Most recently she was featured artist at the Cornelia Street Café hosted by Israeli Jazz Spotlight, at The Bratislava Jazz Days Festival, at The Boston Jazz Festival and at The Fort Greene Park Jazz Festival. In 2016 she was invited to participate in the Jazz Composers Series as part of the annual Montreal Jazz Festival and was selected to be featured artist in the prestigious International Music Showcase in Jerusalem. She also collaborated with an array of international musicians, including the Brazilian pandeiro player Tulio Araújo, the pianist Guy Mintus, the Japanese band Ichimujin, the trumpet player Rachel Therrien, and she was a featured vocalist with the band Burnt Sugar the Arkestra Chamber at the National Sawdust Theater in NYC. In 2016 she released her debut album “Broken Lines”, which instantly received international recognition and media coverage. 

The vocalist established herself as a rising talent in Israel and Dublin. Among other milestones, she represented Israel in Venezuela in 2012 as the headline performer in the Israeli Independence Day Celebration, and she appeared as a company singer in the Pre-Eurovision Contest broadcast live on television in Israel. In Dublin she quickly gained a high reputation after forming The Sivan Arbel Septet and performing her own original compositions and arrangements in venues across the city. She holds a B.A. with High Honors in Jazz Performance from the Newpark Music Centre Dublin / Ireland and is a graduate from the acclaimed Rimon School of Music in Israel. In June 2014, she was honored to be the representative of Newpark at the 24th Annual International Association of Schools of Jazz (IASJ) in South Africa, which was established by Dave Liebman.

Sie ist im Rahmen des Festival 4020 in folgenden Programmen zu hören:

3. Mai 2019, 21.00 Uhr
Oskar Aichinger „I hide myself within my flower“, Auftragswerk Festival 4020, Uraufführung
Sivan Arbel (vocals), Lisa Hofmanninger (reeds), Beate Wiesinger (Kontrabass), Oskar Aichinger (Klavier)

Maria de Alvear (Komposition, Performance)

Maria de Alvear wurde in Madrid geboren, sie lebt und arbeitet seit mehr als 35 Jahren in Köln. Früh mit dem Bernd-Alois-Zimmermann-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet, studierte sie Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel. Seit 1998 arbeitet sie regelmäßig mit Videokünstlern zusammen, sowohl mit ihrer Schwester Ana de Alvear als auch mit dem britischen Künstler Isaac Julien. Im selben Jahr gründete sie den Musikverlag World Edition und gibt seit 2003 die Zeitschrift KunstMusik – Schriften zur Musik als Kunst heraus. Ihre meist interdisziplinär und multimedial angelegten Werke werden weltweit von renommierten Interpreten wie dem Ensemble Modern, der Basel Sinfonietta, dem Ensemble Musikfabrik, dem Orchester des Hessischen Rundfunks u.v.a. aufgeführt. Sie arbeitet mit zahlreichen Solisten, Orchestern und Ensembles weltweit.

Sie gab bereits zahlreiche Konzerte in Europa, den USA und Kanada, u.a. in der Glenn Gould Concert Hall in Toronto, im Lincoln Center in New York, bei den Donaueschinger Musiktagen, bei den Tagen für Neue Musik in Darmstadt, im Festspielhaus Hellerau, an der University of Waterloo in Ontario und im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid. Zahlreiche Aufführungen ihrer Werke wurden für TV- und Rundfunksendungen u.a. vom SWR, WDR, Arte und CBC / Radio-Canada aufgezeichnet. 2014 wurde Maria de Alvear mit dem spanischen Nationalpreis für Musik in der Kategorie Komposition ausgezeichnet.

Sie ist im Rahmen des Festival 4020 in folgenden Programmen zu hören:

4. Mai 2019, 20.30 Uhr
Tapas für Flöte, Klarinette, Klavier und Stimme
Corazón abierto für Bassklarinette, E-Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Violoncello und Kontrabass

Workshops und Meisterklassen der Artists in Residence

Maria de Alvear
Masterclass an der Anton Bruckner Privatuniversität / Abteilung Komposition

Sivan Arbel
Workshops an der Musikschule der Stadt Linz, Masterclass Anton Bruckner Privatuniversität / Abteilung Jazz

Nurit Stark
Masterclass Anton Bruckner Privatuniversität / Abteilung Streichinstrumente

Vermittlung

Workshops und Meisterklassen siehe à Artists & Composers in Residence

Kompositionsprojekt mit Óscar Escudero und Veronika Großberger gemeinsam mit der Musik-NMS Harbachschule (Präsentation am 5.5. 10.15 Uhr)

Einführungsgespräche

Diskussionsforen:
20. März 2019: „Tanz der Gefühle“, City Science Talk von Ö1, Sendetermin: 3. April, 21 Uhr
29. April 2019: „Herzen aus dem Takt“, Verrückte Herzen aus dem Blickwinkel von Medizin, Psychologie und Musik, Kooperation mit dem Kepler Salon Linz

Freier Eintritt

Ein zentrales Anliegen des Linzer Kulturentwicklungsplans. Ziel ist es, einen niederschwelligen Zugang zu zeitgenössischer Musik und aktuellen Entwicklungen in anderen Musikkulturen zu ermöglichen. So kann Raum für Neugier und sinnliche Auseinandersetzung über die gewohnten Hörerfahrungen hinaus geschaffen werden, auch für MusikerInnen und Werke, die einer breiteren Öffentlichkeit nicht so bekannt sind.

Das Festival 4020 wurde 2001 gegründet und wird seit 2004 als biennales Festival veranstaltet. Im Kulturhauptstadtjahr fand es zwei Mal in erweitertem Rahmen statt. Heuer ist es also die 13. Ausgabe dieses Formats.

Link:
Festival 4020