Farewell Dear Ghost – We Colour The Night

Es war schon lange erwartet worden, das Erstlingswerk von Farewell Dear Ghost, dem Solo-Projekt des Grazer Singer-Songwriters Philipp Szalay. Nun ist es endlich da, und hört man sich durch das mit “We Colour The Night” (Schönwetter Schallplatten) betitelte Album, darf man ohne weiteres zum Schluss kommen, dass sich alle Geduld gelohnt hat. Denn Philipp Szalay hat sich hörbar alle Mühe gegeben, seinen ganz eigenen Popentwurf zu realisieren, und zwar einen solchen, der trotz seiner melancholischen Note, doch immer auch zarte und erwärmende Anflüge von Hoffnung durchschimmern lässt. Musikalisch geht es sehr stimmungsvoll und abwechslungsreich zu, von sanft und zurückhaltend bis so richtig schön abgehend spannt sich der Bogen des von großen Melodien und noch größeren Refrains getragenen Dargebotenen. “We Colour The Night” erscheint am 15. November.

Nach eigener Aussage hatte Philipp Szalay musikalisch ursprünglich ja noch etwas anderes im Sinn, die intensiven und von immer neuen Inspirationsquellen genährten Arbeiten am Erstlingswerks brachten aber viele neue Ideen und Richtungsänderungen zu Tage, sodass der Singer-Songwriter aus der Steiermark letztlich dann doch ganz wo anders angelangt ist. Und zwar im alle Gefühle in Erregung und Wallungen versetzenden Indie-Pop mit Tiefgang. Was im szalayschen Sounduniversum regiert, sind feinste und in einen warmen Klang eingebettete Melodien, die sich ihre Wege direkt in die Gehörgänge, wie auch ins Herz bahnen, sowie durchdachte Arrangements, die einen jeden Songs über spannungsgeladene und variantenreiche Bögen hin zu dessen absoluten stimmungsvollen Hohepunkt führen.

Ja, es geht schon auch mal richtig groß und pathetisch zu, jedoch immer weit abseits jeglicher Banalität und Oberflächlichkeit. Dem 24-jährigen Singer/Songwriter  gelingt es aber im Unterschied zu manchen seiner Kollegen, seine stilistisch irgendwo zwischen Post-Rock Anleihen und Indie-Pop verortete Musik mit Bedeutung und Tiefe aufzuladen, ohne dabei aber über das Ziel hinaus zu schießen. Seine Nummern, an denen er hörbar lange und viel herumgebastelt wurde, sind einer glaubhaften Emotion, es wirkt nichts irgendwie aufgesetzt oder gekünstelt.

In der Umsetzung seiner musikalischen Vorstellungen wurde der Liedermacher von einen Reihe gar nicht einmal so unbekannter MusikInnen aus der steirischen Szene unterstützt. Unter anderem ihren Beitrag zum Gelingen dieses wirklich schönen Albums geleistet haben Christofer Frank (VIECH), Georg Hartwig alias „The Quiet Now!“ (MONK), Philipp Pluhar (MONK und Sawoff Shotgun), Philipp Prückl (The Nintendos), Nina Bachler (My puezoscop), Andreas Klinger (VIECH) und Paul Plut (VIECH & Marta).

Zusammenfassend kann man sagen, dass „We Colour The Night“ ein ambitioniertes Stück Musik geworden ist, das von Mal zu Mal mehr und mehr an Intensität gewinnt. Es handelt sich hier um alles andere als um einen belanglosen Schnellschuss, die Songs entfalten ihre Wirkung nachhaltig, was man von manch anderen Produktionen der selben Richtung oftmals leider nicht wirklich behaupten kann.
Michael Ternai

Termine:
08.11. Gasometer; Wien (also Support von The Naked and Famous)
16.11. Sub, Wiener Neustadt
21.11. Postgarage, Graz (Albumpräsentation!)
05.12. B72, Wien (Albumpräsentation!)
20.12. Posthof, Linz
02.01. Treibhaus, Innsbruck

Foto: Lena Prehal

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