
Nach eigener Aussage hatte Philipp Szalay musikalisch ursprünglich ja noch etwas anderes im Sinn, die intensiven und von immer neuen Inspirationsquellen genährten Arbeiten am Erstlingswerks brachten aber viele neue Ideen und Richtungsänderungen zu Tage, sodass der Singer-Songwriter aus der Steiermark letztlich dann doch ganz wo anders angelangt ist. Und zwar im alle Gefühle in Erregung und Wallungen versetzenden Indie-Pop mit Tiefgang. Was im szalayschen Sounduniversum regiert, sind feinste und in einen warmen Klang eingebettete Melodien, die sich ihre Wege direkt in die Gehörgänge, wie auch ins Herz bahnen, sowie durchdachte Arrangements, die einen jeden Songs über spannungsgeladene und variantenreiche Bögen hin zu dessen absoluten stimmungsvollen Hohepunkt führen.
Ja, es geht schon auch mal richtig groß und pathetisch zu, jedoch immer weit abseits jeglicher Banalität und Oberflächlichkeit. Dem 24-jährigen Singer/Songwriter gelingt es aber im Unterschied zu manchen seiner Kollegen, seine stilistisch irgendwo zwischen Post-Rock Anleihen und Indie-Pop verortete Musik mit Bedeutung und Tiefe aufzuladen, ohne dabei aber über das Ziel hinaus zu schießen. Seine Nummern, an denen er hörbar lange und viel herumgebastelt wurde, sind einer glaubhaften Emotion, es wirkt nichts irgendwie aufgesetzt oder gekünstelt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass „We Colour The Night“ ein ambitioniertes Stück Musik geworden ist, das von Mal zu Mal mehr und mehr an Intensität gewinnt. Es handelt sich hier um alles andere als um einen belanglosen Schnellschuss, die Songs entfalten ihre Wirkung nachhaltig, was man von manch anderen Produktionen der selben Richtung oftmals leider nicht wirklich behaupten kann.
Michael Ternai
Termine:
08.11. Gasometer; Wien (also Support von The Naked and Famous)
16.11. Sub, Wiener Neustadt
21.11. Postgarage, Graz (Albumpräsentation!)
05.12. B72, Wien (Albumpräsentation!)
20.12. Posthof, Linz
02.01. Treibhaus, Innsbruck
Foto: Lena Prehal