Falb Fiction – around the world

Wirklich groß vorstellen muss man die Formation Falb Fiction eigentlich nicht mehr. Vor wenigen Jahren quasi als Senkrechtstarter abgefeiert, hat sich das um die Saxophonistin Viola Falb scharrende Ensemble längst als eines der bedeutendsten der jungen heimischen Jazzszene etabliert. Wie modern, abwechslungsreich und von jedem traditionellen Ballast befreit die vierköpfige Band den Begriff des Jazz zu interpretieren und formen weiß, zeigt auch das nun erscheinende dritte Album „around the world“ (Sessionwork Records). Im Sound ungemein warm und gediegen, offenbaren sich die neuen Stücke einmal mehr als eine sich regelrecht im Fluss befindliche Klangreise, die vor allem in einer sehr weiten stilistischen Vielfalt und vielen überraschenden Wendungen ihren Ausdruck findet. Die nächste Gelegenheit, die neuen Stücke live zu erleben, gibt es am 14. Oktober im Rahmen der Jazz in the City Reihe in Salzburg.

Viola Falb war in den vergangenen Jahren viel unterwegs und es gibt wohl kaum einen Kontinent, den sie nicht bereist hat. Sie war in New York und Bangkok, machte Station in Kasachstan und Kirgisistan und verbrachte auch einige Zeit in Australien und Neuseeland. Die Saxophonistin sammelte Eindrücke und ließ sich von den musikalischen Traditionen dieser Orte mit dem Ziel, diese in irgendeiner Form in ihre Musik einfließen zu lassen, inspirieren. In diesem Sinne ist auch das neue Album „around the world“ zu verstehen. Die Erfahrungen und Erlebnisse haben ihre eigene musikalische Sprache nicht unberührt gelassen und spiegeln sich in gewisser Weise nun auch in ihr wider. Sie wirkt im klanglichen Spektrum noch weiter, noch mehr ausgearbeitet und akzentuierter.

Gemeinsam mit ihren Kollegen Philipp Jagschitz (Klavier), Christian Wendt (Bass) und Herbert Pirker (Schlagzeug) entwirft die Hans Koller Preisträgerin Stücke, die sich richtig schön im Fluss befinden und ganz ohne die üblichen Rückgriffe auf irgendwelche Traditionen auskommen. Viola Falb interpretiert den Jazz modern, sehr variantenreich und jedem Klischee enthoben. Musikalisch spannt sich der Bogen des Dargebrachten von zurückhaltenden, ruhigen und sich langsam verdichtenden Momenten bis hin zu sehr verspielten und richtiggehend swingenden Passagen, die trotz all ihrer Komplexität niemals Gefahr laufen, sich in einer übermäßigen Kopflastigkeit zu verlieren.

Den zusätzlichen Reiz bezieht die Musik aus dem Umstand, dass sich die Beteiligten zu keinem Zeitpunkt einem virtuosen Wettstreit hingeben. Was vielmehr im Vordergrund steht, ist die gemeinsame musikalische Interaktion, die allen auch den nötigen Raumbietet, sich kreativ einzubringen. Was wiederum klarerweise eine weitere Steigerung der musikalischen Vielfalt und des Facettenreichtums zur Folge hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Falb Fiction mit „around the world“ ein wirklich beeindruckendes und überzeugendes Comeback gelungen ist, an dem mit Sicherheit alle Liebhaber jazziger Klänge ihre Freude haben werden. (mt)

http://www.falbfiction.com/
http://dev.sessionworkrecords.com/