Bild Ethel Merhaut
Ethel Merhaut (c) Mato Johannik

ETHEL MERHAUT – „Süss & Bitter“

Lieder einer anderen Epoche kunstvoll neu interpretiert und im Klang der Jetztzeit zum Erklingen gebracht – die Wiener Sängerin ETHEL MERHAUT begibt sich auf ihrem neuen Album „Süss & Bitter“ (Sony Classical/VÖ: 16.03.21) auf eine Zeitreise, die sie zurück in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts führt.  

Cover Süss & Bitter
Cover “Süss & Bitter”

Dass Ethel Merhaut es versteht, vermeintlich Altem neuen Glanz zu verleihen, hat sie 2017 bereits auf dem Album „Out of Sight“ – auf dem sich vorwiegend traditionellen Wienerliedern jüdischer Komponisten angenommen hat – eindrucksvoll bewiesen. Abermals in der Zeit zurück geht die Sängerin auch auf „Süss & Bitter“. Dieses Mal sind in der Zwischenkriegszeit entstandene Stücke aus der Feder von Komponisten wie Friedrich Hollaender, Richard Werner Heymann, Paul Abraham, Walter Jurmann und Michael Jary, die sie sich ausgewählt und in musikalischer Begleitung von Belush Korenyi (Klavier), Chris Kronreif (Saxofon, Klarinette), Benjy Fox-Rosen (Kontrabass) und Maria Petrova (Schlagzeug, Percussion) einer Bearbeitung unterzogen hat. Und lauscht man sich durch das Album, muss man sagen, dass die Wienerin dabei einmal mehr einen ganz feinen Ton getroffen hat.

Lieder, die stilvoll unterhalten

Ethel Merhauts Interpretationen der Lieder wissen zu gefallen. Sie besitzen Witz, Charme und Gefühl, was vor allem auf die ausgesprochen überzeugende und sehr facettenreiche gesangliche Leistung der klassisch ausgebildeten Wienerin zurückzuführen ist, sie tänzeln leichtfüßigen Schrittes zwischen Chanson, Tango, Klezmer und Jazz beschwingt übers musikalische Parkett und betören durch ihre elegante und zugleich leidenschaftlichen Art. Spürbar wird auch die Liebe, die die Sängerin der Musik, die sie schon früh fasziniert hat, entgegenbringt, wodurch die Stücke auch zusätzlich an Tiefe gewinnen.

„Süss & Bitter“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, dass stilvoll zu unterhalten weiß. Es zeigt auf schöne Weise, dass Klassisches und Traditionelles nicht immer im Klang des Gestern verharren müssen, sondern sehr wohl auch aufregende neue musikalische Blüten treiben können. Wirklich empfehlenswert.

Michael Ternai

Albumpräsentation:
16.03.2021
Ab 20:30 via Stream aus dem Porgy & Bess

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