Ernst Molden – Es Lem

Er zählt ohne Zweifel zu den Aktivposten der heimischen Musik- und Kunstszene. Der Liedermacher und Dichter Ernst Molden. Kaum ein Jahr ist seit der erfolgreichen Aufführung seines Theaterstücks “Häuserl am Oasch” und der dazugehörenden gleichnamigen Veröffentlichung vergangen, wartet der Wiener Freigeist schon mit einem neuen Album auf. „Es Lem“ (Monkey Music), so der Titel dieses guten Stücks, erklingt wie eine Art Soundtrack für die Stadt Wien. Wunderbar poetisch und musikalisch abwechslungsreich  erzählen die insgesamt elf Nummern Geschichten, wie sie nur aus der Feder dieses außergewöhnlichen Liedermachers stammen können. Präsentiert wird das inzwischen zehnte Album am 26. und 27. Mai im Wiener Rabenhof.

Nein, irgendwelche Erwartungshaltungen muss Ernst Molden schon lange nicht mehr erfüllen. Der Liedermacher, Dichter und Freigeist zieht, ohne nach links oder rechts zu blicken, seit je her sein ganz eigenes Ding durch, eines das sich zu keinem Zeitpunkt an irgendwelchen musikalischen Trends oder Strömungen orientiert. Wieso sollte er auch, hat der Wiener doch in den vergangenen Jahren seine ganz individuelle Form der Vermittlung seiner Geschichten gefunden, eine, die frei von klischeebeladenem Pathos auf ganz unaufdringliche Art die Essenz, die Stimmungen, die Sehnsüchte und Emotionen dieser bildhaft und auf sehr gefühlvolle Weise in die Gedankenwelt des/der HörerIn pflanzt. Die Musik des Liedermachers berührt einfach, weil sie erinnern lässt, an jene Erlebnisse, Orte und Begegnungen in dieser Stadt, welche sich in der eigenen Seele eingebrannt haben.

Ernst Molden – Flagduam by mica

Das neue, einmal mehr von dem Münchner Kalle Laar produzierte Album „Es Lem“ ist ein elf Stücke andauernder Spaziergang durch die Straßenschluchten, Häuserdschungel, Vororte und Parks von Wien, eine Beobachtung, Analyse und Beschreibung des Lebens der Anderen und natürlich des Eigenen. Musikalisch wandelt Ernst Molden diesmal, mit wenigen Ausnahmen, auf eher ruhigem, akustischem, vom Blues amerikanischer Prägung getragenem Terrain, was den Nummern auch wunderbar ansteht. Der größte Unterschied zu den bisherigen Veröffentlichungen liegt vielleicht darin, dass sich der Wiener diesmal von einer ungewohnt gelassenen, abgeklärten, ja fast schon lebensfrohen Seite zeigt. Es scheint so, als wäre Ernst Molden angekommen, wo immer das auch sein mag.

Wie schon bei den vorangegangenen Veröffentlichungen erhielt der  Singer/Songwriter auch diesmal prominente Unterstützung. So sind unter anderem neben Willi Resetarits, mit dem Ernst Molden bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, auch Der Nino aus Wien, Klemens Lendl (Die Strottern) und der Akkordeonist Walther Soyka auf dem Album zu hören. Ebenfalls wieder mit an Bord auch die bewährte Band bestehend aus Marlene Lacherstorfer (Bass), Sibylle Kefer (Flöte, Gesang), Hannes Wirth (Gitarre) und Heinz Kittner (Schlagzeug).

Man kann durchaus sagen, dass Ernst Molden mit „Es Lem“ erneut ein großer Wurf gelungen ist. Es ist ein wunderbares Album geworden, das auch nach mehreren Durchläufen nichts an seinem Reiz verliert. Auf jeden Fall mehr als empfehlenswert. (mt)

Foto Ernst Molden: Andy Urban

 

http://www.ernstmolden.at/
http://www.monkeymusic.at