
Nein, irgendwelche Erwartungshaltungen muss Ernst Molden schon lange nicht mehr erfüllen. Der Liedermacher, Dichter und Freigeist zieht, ohne nach links oder rechts zu blicken, seit je her sein ganz eigenes Ding durch, eines das sich zu keinem Zeitpunkt an irgendwelchen musikalischen Trends oder Strömungen orientiert. Wieso sollte er auch, hat der Wiener doch in den vergangenen Jahren seine ganz individuelle Form der Vermittlung seiner Geschichten gefunden, eine, die frei von klischeebeladenem Pathos auf ganz unaufdringliche Art die Essenz, die Stimmungen, die Sehnsüchte und Emotionen dieser bildhaft und auf sehr gefühlvolle Weise in die Gedankenwelt des/der HörerIn pflanzt. Die Musik des Liedermachers berührt einfach, weil sie erinnern lässt, an jene Erlebnisse, Orte und Begegnungen in dieser Stadt, welche sich in der eigenen Seele eingebrannt haben.
Ernst Molden – Flagduam by mica

Wie schon bei den vorangegangenen Veröffentlichungen erhielt der Singer/Songwriter auch diesmal prominente Unterstützung. So sind unter anderem neben Willi Resetarits, mit dem Ernst Molden bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, auch Der Nino aus Wien, Klemens Lendl (Die Strottern) und der Akkordeonist Walther Soyka auf dem Album zu hören. Ebenfalls wieder mit an Bord auch die bewährte Band bestehend aus Marlene Lacherstorfer (Bass), Sibylle Kefer (Flöte, Gesang), Hannes Wirth (Gitarre) und Heinz Kittner (Schlagzeug).
Man kann durchaus sagen, dass Ernst Molden mit „Es Lem“ erneut ein großer Wurf gelungen ist. Es ist ein wunderbares Album geworden, das auch nach mehreren Durchläufen nichts an seinem Reiz verliert. Auf jeden Fall mehr als empfehlenswert. (mt)
Foto Ernst Molden: Andy Urban