Bild Edi Nulz
Edi Nulz (c) Antonia Renner

EDI NULZ – „El Perro Grande“

Die wunderbar schräge und zudem packend energiegeladene Note zwischen den verschiedenen stilistischen Stühlen: EDI NULZ lassen die Musik auf ihrem vierten Album „El Perro Grande“ (Boomslang Records) einmal mehr auf exzellente Weise weit aus dem gewöhnlichen Rahmen fallen.

Ein Band, die immer wieder aufs Neue mit Nachdruck beweist, auf welch wunderbar lässige und zugleich kunstvolle Art man sich von allen musikalischen Zwängen und Traditionen loslösen kann. Mit Siegmar Brecher (Bassklarinette), Julian Adam Pajzs (Gitarre) und Valentin Schuster (Schlagzeug) hat man es bei Edi Nulz mit drei Musikern zu tun, die sich seit der Gründung ihrer Formation im Jahr 2011 die Tore zu einem neuen musikalischen Verständnis weit aufgestoßen und – wie man es auch auf dem neuen Album sehr schön hören kann – ihren ganz eigenen Sound zusammengezimmert haben. Ursprünglich aus dem Jazz kommend haben die drei Herren diesen im Grunde genommen hinter sich gelassen und ihre eigene musikalische Identität gefunden, und die bezieht ihre Einflüsse aus den unterschiedlichsten Richtungen.

Eine rasante musikalische Achterbahnfahrt

Albumcover El Perro Grande
Albumcover “El Perro Grande”

Natürlich findet Jazz in den Nummern des mittlerweile zwischen Wien und Berlin pendelnden Dreiergespanns auch statt, nur eben vollkommen neu interpretiert. Edi Nulz vermengen ihn mit Elementen des Rock, des Surf- und Punkrock und diversen Einwürfen aus der Latin Music. Was die drei Herren entstehen lassen, ist ein ungemein facettenreicher Sound, der von druckvoll und mächtig nach vorne groovend über spannungsgeladen ruhig und progressiv verspielt bis hin zu richtig heftig vibrierend und erfrischend kantig und ungehobelt erklingt und viel, viel Raum für Experimentelles bietet. Die insgesamt elf Nummern kommen einer rasanten, zugleich aber auch sehr stimmungsvollen Achterbahnfahrt gleich, die immer wieder aber auch kurze Verschnaufpausen bereithält, in denen man für ein paar Momente Luft holen kann.

Falls es wirklich noch eines letzten Beweises für die faszinierende musikalische Eigenheit dieser Truppe bedurfte, das neue Album liefert diesen. Siegmar Brecher, Julian Adam Pajzs und Valentin Schuster liefern mit „El Perro Grande“ ein Stück Musik ab, das wirklich eigene Maßstäbe setzt. Die Nummern von Edi Nulz wissen in höchstem Maße zu unterhalten, sie verführen die Zuhörenden auf ihre ganz eigene Art und können einen ordentlich in den Hintern treten. Wer einmal ein Hörerlebnis der etwas anderen Art erleben will, ist bei dieser Band bestens aufgehoben.

Michael Ternai

Edi Nulz live
03.03. Saxstall, Pohrsdorf D
04.03. Bflat, Berlin D
08.03. Jazz im Kunsthaus, Linz A
09.03. Marenzikeller, Leibnitz A
10.03. Stockwerk, Graz A
14.03. Snow Jazz Festival, Bad Gastein A
16.03. Porgy & Bess, Wien A
17.03. Syrnau, Zwettl A
29.03. Blue Note, Dresden D
31.03. White Cube, Hamburg D

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