Edi Nulz Bandfoto
Edi Nulz (c) Antonia Renner

EDI NULZ – „An der vulgären Kante”

Dass der Sound des Jazz nicht immer dem gediegenen Klang entsprechen muss, sondern durchaus auch einmal deutlich ungehobelter und kantiger aus den Boxen schallen kann, das zeigt das Trio EDI NULZ auf seinem neuen Album „An der vulgären Kante” (Unit Records).

Nun, wirklich als gewöhnliche Jazzband ist Edi Nulz eigentlich noch nie durchgegangen. Seit Anbeginn an den eigenen musikalischen Weg beschreitend hat sich der Dreier im Laufe der Zeit seine ganz eigene Sprache des Jazz entwickelt, eine, die sich nur schwer einer bestimmten stilistischen Kategorie zuordnen lässt. „An der vulgären Kante” zeigt sich als ein Stück Musik, das sich vor allem durch einen sehr hohen Grad an Abwechslung auszeichnet. Waren die seit 2011 zusammen spielenden Musiker Siegmar Brecher (Bassklarinette), Julian Pajzs (Tenor-, Baritongitarre) und Valentin Schuster (Schlagzeug) schon bisher bekannt dafür, den Begriff des Jazzrock auf erfrischend unkonventionelle Weise hin zu allen möglichen Spielformen auszudehnen, präsentieren sie sich auch auf ihrem neuen Album als echte Meister im Treffen des richtigen Tons. Was musikalisch einmal mehr auf dem Programm steht, ist die musikalische Vielfalt zwischen geradlinigem Tempo, experimenteller bis lärmiger Vertracktheit, wunderbar vielschichtigen Melodiebögen, waghalsigen Improvisationen, einer ordentlichen Portion Groove, viel Energie und stimmungsvoller Zurückhaltung.

Jazz trifft auf Rock und Punk

Cover An der vulgären Kante
An der vulgären Kante

Eine Nummer des Dreiergespanns endet in der Regel eigentlich nie so, wie sie beginnt. Dafür setzt die kongenial miteinander agierende Truppe einfach zu sehr auf immer wiederkehrende spontane Brüche und Intensitätswechsel, die stets in eine ganz andere Richtung führen, als man es zunächst vermutet.  Die Kunst, die Siegmar Brecher, Julian Pajzs und Valentin Schuster erneut eindrucksvoll und leichtfüßig vorexerzieren, ist, dass sie es trotz der Menge an Ideen und Einflüssen nie aus dem Ruder laufen lassen. Die klare Linie wird durchgehend beibehalten, sodass sich niemals das Gefühl von einer allzu großen Verkopftheit einstellt. Ganz im Gegenteil. Der Sound der sich recht wenig um irgendwelche Tradition kümmernden Band Edi Nulz trägt mehr die Ungehobeltheit und Direktheit des Punks und Rocks in sich als den edlen Klang des Jazz. Das Trio hat Spaß an dem, was es macht, und lässt diesen Umstand auch in jedem Moment spürbar werden.

„An der vulgären Kante“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, das musikalisch definitiv ganz eigene Akzente setzt. Und allein schon dieser Aspekt macht es sehr spannend und unterhaltsam.

Michael Ternai

Edi Nulz live
18.2. Opus Jazz Club, Budapest H
19.2. Porgy & Bess, Wien A
20.2. Festival Keltika, Cerkno SLO
26.2. Jazzwerkstatt Bern CH

Foto Edi Nulz (c) Antonia Renner

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