DOOMINA – „Doomina“

Am 10. Dezember 2015 präsentierte die österreichische Post-Rock-Band DOOMINA ihr mittlerweile drittes Album: „Doomina“ (Noise Appeal Records). Schon „Beauty“, die letzte Veröffentlichung, stieß 2013 auf große Begeisterung, was bei der Qualität des neuen Outputs nicht anders sein sollte.

Gegründet wurde Doomina 2006 in Klagenfurt vom Gitarristen Daniel Gedermann. Die Formation der Band änderte sich über die Jahre hinweg ein paar Mal, seit 2012 ist sie jedoch unverändert. Von Anfang an war die Musik der Gruppe von sehr guter Qualität und sie machte dem Namen des Genres Post-Rock wirklich alle Ehre. Atmosphärisch, emotional und voller Kraft – bei „Doomina“ bleibt kein Herz unberührt.

Ein Gitarrengewitter der besonderen Art

Am besten kann man die Musik von Doomina mit dem Ausdruck „instrumentaler Post-Rock“ beschreiben. Auf dem gesamten Album findet man keinen einzigen Vocal-Part, was aber nicht weiter stört, da Doomina die Gitarren sprechen lässt. Unterstützt von einem wahnsinnig energievollen Schlagzeug, das durchgehend sehr dominant ist, bläst einem die Kraft der Lieder wortwörtlich das Gehirn weg. Auffällig ist der bevorzugte Gebrauch der Tomtoms, was eine außergewöhnliche Stimmung erzeugt. Das Zusammenspiel der Instrumente ist so perfekt, dass wirklich keine Vocals gebraucht werden. Die Gitarren haben ihre eigene Stimme, werden unterstrichen von den Drums, und der Bass rundet die Kompositionen ab.

Jeder der fünf Tracks auf der CD hat sowohl einen ruhigen als auch einen wilden Part. Wobei „wild“ hier nicht ganz der richtige Ausdruck ist, ist die Kraft dieser Parts zwar atemberaubend, aber genauestens komponiert. Auf jedes leise Gitarrensolo folgt ein Gitarrengewitter, das ebenso energie- wie stimmungsvoll ist. Doomina macht keine Musik, die man beim Zusammensitzen mit FreundInnen hört, sondern eher genau die Lieder, die man gerne in den Ohren hat, wenn man alleine ist. Stimmungsmäßig passt das Album zur Jahreszeit, in der es präsentiert wurde. Vor allem Track 2 – „Kepler 10B“ – klingt sehnsüchtig, die Gitarren schwingen sich in ungewohnte Höhen und der Anfang des Liedes ist im positiven Sinne schwerfällig. Gleich darauf wird es heiterer und die Gitarre spielt fast im Pizzikato die Einleitung in einen hoffnungsvollen Umschwung. Diese Art von Spiel mit emotionalen Gegenteilen findet man häufig auf „Doomina“. Besonders reizvoll sind auch die schlagzeug- und basslastigen Breaks, die bei Track 3 – „Pangaea“ – sehr auffallen. Alles in allem ist „Doomina“ eine CD, die jede und jeder zu Hause haben sollte – zur Unterstützung gegen die winterliche Einsamkeit.

Antonia Seierl

Foto Doomina (c) Cor Inna

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