
So also kann Musik erklingen, unterwirft sich eine Band einmal nicht den gängigen Mustern und Begrifflichkeiten. Die Donauwellenreiter sehen, und dieser Eindruck verstärkt sich beim Durchhören ihrer Stücke, stilistische Grenzen einzig als Herausforderung, diese einfach zu überwinden. Nicht, dass auf diese Idee nicht auch schon andere MusikerInnen und Formationen gekommen wären, die Leichtfüßigkeit, Eleganz und das Gefühl aber, welche Thomas Castañeda (Piano, Melodika), Niko Zaric (Akkordeon) und Maria Craffonara (Stimme, Violine) in ihrem Tun an den Tag legen, zeugen dann doch von einem über das gewöhnliche Maß hinausgehende Musikverständnis.
Donauwellenreiter – Für Sela by mica
Der Stil des überaus experimentierfreudigen Dreiergespanns im Ergebnis ist einer, welcher sich so ziemlich allen bekannten Mustern enthebt: In ihm trifft Altes trifft Neues, E- auf U-Musik, Traditionelles auf Zeitgenössisches, Komponiertes auf Improvisiertes, alpine Folklore auf Klassik, Jazz auf Pop, Minimalistisches auf Orchestrales, in deutscher Sprache vorgetragene Texte auf solche in ladinischer und serbischer und, und, und. Eine Mischung also, wie sie wohl unvorhersehbarer, konventionsloser, interessanter und auch eigenständiger wohl kaum erklingen kann.
Zu einem sehr stimmungsvollen Hörerlebnis erwächst die Musik der Donauwellenreiter auch live. Daher sei jedem auch ans Herz gelegt, einmal einem Konzert dieser hoffnungsvollen Combo beizuwohnen. Es lohnt sich. (mt)
Foto Donauwellenreiter: Michael Goldgruber
Donauwellenreiter