Bild Donauwellenreiter
Donauwellenreiter (c) Andreas Jakwerth

DONAUWELLENREITER – „Delta“

Ein Album, das die Einladung ausspricht, sich einfach nur verzaubern zu lassen: Die DONAUWELLEREITER melden sich mit ihrem vierten Werk „Delta“ (Aestate Records) mit einem Stück Musik zurück, das zeigt, welch Schönheit Klängen und Melodien innewohnen kann. Stilistisch undefinierbar und musikalisch auf eine besondere Art eigen steht „Delta“ für ein Hörerlebnis, das vom ersten Ton an wirklich zu packen weiß.

Die Donauwellenreiter sind seit ihrem letzten Album „Euphoria“ (2016) viel umhergekommen. Sie spielten viel in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und in der Schweiz und waren auch sonst, wie die die Veröffentlichung des Auftragswerks „Donauwellenreiter Play Gianmaria Testa“ und die exklusive Vinyl LP „Euphoria Live“ zeigen, alles andere nicht untätig. Und irgendwie hört man das dem neuen Album auch an.

Ein poetisch anmutendeR Crossover-Sound

Maria Craffonara (Violine, Gesang), Thom Castañeda (Piano), Lukas Lauermann (Cello) und Jörg Mikula (Schlagzeug, Tombak) zeigen auf „Delta“ nämlich, dass sie als Band in den letzten Jahren mehr und mehrzusammengewachsen sind und sie ihre musikalischen Ideen nun in wunderbarster Weise in einen warmen, fließenden und eindringlich wirkenden Klang zu übersetzen wissen. Hört man sich durch die Stücke setzen sich unmittelbar Bilder ferner friedvoller Orte im Kopf fest, man wird dazu animiert, die Gedanken einfach schleifen und sich von der Stimmung mittragen zu lassen.

Musikalisch beschreitet das experimentierfreudige Quartett bewährtes Terrain. Was es zu Gehör bringt ist ein bunter Mix aus Folklore, Pop, Jazz, Klassik, Kammermusik und Weltmusik, der sein ganz eigenes Leben entwickelt. Was den Donauwellenreitern in eindrucksvoller Manier gelingt, ist, aus diesem Viel an verschiedenen Einflüssen etwas Ureigenes zu entwickeln, einen poetisch anmutenden Crossover-Sound, der homogen aber doch auch ungemein vielfältig erklingt. In den Nummern wechseln sich ruhige und stille Momente mit rhythmisch verspielten Passagen ab, sich stetig verdichtende Spannungsbögen formen sich in ihnen zu intensiven Höhenpunkte aus, kunstvolle Reduziertheit trifft auf großen Gestus usw.

Die Donauwellenreiter beweisen auf „Delta“ einmal mehr sein ausgeprägtes Gespür für das Feinfühlige wie auch Impulsive. Das Ensemble versteht es exzellent, den Klängen und Tönen eine Seele zu verleihen und ihre Geschichten in etwas packend Schönes zu verwandeln. Sehr empfehlenswert.

Michael Ternai

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