
Jeder der Die Strottern kennt, der weiß, dass das Wiener Zweiergespann vielleicht alles im Sinn hat, nur eines nicht, die musikalische Altertumspflege. Von der sind Klemens Lendl und David Müller wirklich meilenweit entfernt. Das, was das Duo mit seiner Interpretation des Wienerlieds auf eindrucksvolle Art unter Beweis stellt ist, dass es in diesem Genre auch heute noch viel zu sagen gibt und dass dieses nicht notwendigerweise immer den üblichen althergebrachten Klischees entsprechen muss, sondern sehr wohl musikalisch qualitätsvollen Maßstäben folgen kann.
Es ist ein zugegeben weiter Spagat, den die Trägern des Deutschen Weltmusikpreises 2012 vollführen, einer zwischen Traditionen und modernen Ansätzen sowie dem weiten Fundus des Wienerliedschatzes und der Einbeziehung klanglicher Elemente anderer Musikstile, wie etwa von solchen aus dem Jazz und Blues. Auf diesem Wege gelingt es den Strottern, das Wienerlied neues Leben einzuhauchen und es zeitgemäß zum Erklingen zu bringen. Ihre facettenreiche und vielschichtige Interpretation der Wiener Musik ist eine voller Witz und Charme, hat Biss und vermag auch Leute zu begeistern, die eigentlich wenig bis gar nichts mit dieser Musikrichtung am Hut haben.
Bei solch Vorzeichen dürfen die BesucherInnen einem wirklich schönen Musikabend entgegenblicken. Eigentlich ein Muss für jeden Liebhaber anspruchsvoller Wienerliedklänge.
Foto Die Strottern: Julia Stix