
Dass bei den Gewinnern des ersten und zweiten Platzes Komposition und Improvisation ineinanderfließen, mag nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass sie sich neben der europäischen „Kunstmusik“ auch intensiv mit Musik anderer Kulturen auseinandersetzen. Das Komponieren lernte Denovaire u. a. bei Gern Kühr, Beat Furrer und Georg Friedrich Haas, doch beschränkt er sich nicht auf die dort gelernten Arbeitsweisen, sondern verbindet sie mit Elementen des Jazz, populärer Musikrichtungen und besonders intensiv mit asiatischen Klangwelten. In der Geigerin Irene Kepl verbinden sich ebenso heterogene Genres, wenn sie sich im Grenzbereich zwischen Komposition und Improvisation bewegt und auch in den Bereichen Jazz sowie der Musik des Balkans tätig ist. Auch Julian Gamisch hat sich neben seinen Kompositionsstudien ebenso mit afrikanischer Musik auseinandergesetzt. Dem Finden von Neuem kann man sich in der Verbindung solch unterschiedlicher Einflüsse in allen sicher sein.
Der von der Stadt Klagenfurt und dem Musikforum Viktring seit 1995 veranstaltete Wettbewerb wird prinzipiell alljährlich ausgeschrieben; einzig in den letzten beiden Jahren wurde der Komponisten durch die beiden Jubiläen 2010 und 2011 durch das Crossover-Festival „Mahler Contemporary“ ausreichend gewürdigt. Nach dieser Pause setzt der Kompositionspreis seine Tradition fort, sich kritisch mit tradierten Konventionen auseinanderzusetzen und Komponistinnen und Komponisten dazu anzuregen, sich in kompositorisches Neuland vorzuwagen.
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