Der nächste Sommer wird entscheidend sein – DER VCC BLOG

Wie geht es weiter mit der Vienna Club Commission? Und was ist dieser Ausfallbonus? Antworten gibt es hier.

Ein Jahr. Was für eines. Die Vienna Club Commission sollte in dieser Zeit alle Grundlagen für ihren Regelbetrieb legen. Dieser Teil ist gelungen. Der Austausch mit Politik und Verwaltung funktioniert. Clubkultur ist im öffentlichen Diskurs verankert. Anliegen konnten sachlich vermittelt werden. Und nicht zuletzt sind alle Punkte des Förderantrags erledigt. Nun ja, fast alle. Denn Corona-bedingt sind viele Arbeiten ganz akut dazu gekommen, wodurch sich andere verschoben haben. Um das Kapitel “Pilotprojekt Vienna Club Commission” gut abzuschließen, wurden weitere Mittel von der Stadt Wien | Kultur bereitgestellt. Großen Dank dafür.

Wie geht es nun mit dieser Stelle weiter, die hunderten Erwartungen entsprechen sollte? Es wird weitergehen. Die rot-pinke Fortschrittskoalition hat sich zur Vienna Club Commission bekannt als unabhängige Vermittlerin zwischen Clubs, Veranstalter*innen, Verwaltung und Anrainer*innen. Was erarbeitet wurde, wird evaluiert. Anschließend wird das Projekt offiziell ausgeschrieben. Eine Ausschreibung braucht Zeit. Deshalb ist offen, ob hier eine Lücke entsteht. Wir sehen – naturgemäß – einen hohen Bedarf, dass zu keiner Lücke kommt. Die Beratungen laufen bereits. Die Fragen zu Betriebsanlagen, Förderungen oder Streaming werden zum Sommer hin noch einmal deutlich zunehmen.

Der Rahmen hat sich deutlich verändert. Das Neue Wiener Veranstaltungsgesetz ist in Kraft mit einigen Vereinfachungen, aber mit Grenzwerten, die teils niedriger sind und nun auch im Bassbereich gemessen werden (Leitfaden hier). Das Nichtrauchergesetz gilt zwar schon länger, allerdings ohne regulärem Sommer mit lauten Menschen vor der Tür. Dazu kommen demnächst Open Airs, Teststrassen vor Clubs, Filter für Lüftungen, uvm.

Dabei haben alle unsere Erhebungen (großteils noch nicht veröffentlicht, das kommt bald) gezeigt, dass das Know-How überall sonst fragmentiert ist. Beratungen gelten immer nur für einen Teil der Kulturszene und Workshops sind selten. Das kann die Vienna Club Commission liefern. In einem Jahr konnte sie zudem mit sachlichen Argumenten Vertrauen in Politik und Verwaltung aufbauen. Die Vienna Club Commission hat sich 28. Mal mit Wiener Behörden getroffen, sie hat elf Fokusgruppen organisiert, hat 1006 Kontakte im Adressbuch, davon 38 in der Verwaltung oder 75 im Journalismus. Wir finden, das sind Grundlagen, auf die man bauen kann. (Stefan Niederwieser)

Alles Wissenswerte zum Ausfallbonus

Ein Ausfallbonus! Klingt gut, aber verwirrend. Bringen wir also Licht in die Angelegenheit. Angekündigt wurde der Ausfallbonus mit 30%. Es handelt sich allerdings um einen Bonus von 15%. Denn er setzt sich zur einen Hälfte aus einem Umsatzersatz zum Vergleichsmonat in 2019 zusammen und zur anderen Hälfte aus einem Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss.

Beantragbar ist der Ausfallbonus ab Februar 2021. Damit soll der künstliche Tiefschlaf verlängert werden, in den jene Unternehmen versetzt wurden, die in Covid-19 Zeiten mindestens 40% Umsatzrückgang zu vermelden haben. Eine weitere Bedingung von Seiten des Finanzministeriums ist die Beantragung des Fixkostenzuschuss II im laufenden Jahr.  Doch auch gemeinnützige Vereine im Kulturbereich sollen diesen Ausfallbonus beantragen können, so Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Der Antrag soll leicht und unbürokratisch mit vier Klicks von der Hand gehen. Das halten wir für durchaus möglich, denn der Umsatzersatz im November und Dezember 2020 konnte sehr einfach abgeholt werden.

Die bereits bestehenden Hilfsfonds werden außerdem bis Ende Juni 2021 verlängert. Das sind Härtefallfonds, die Überbrückungsfinanzierung der SVS sowie der Künstlersozialversicherungsfonds. Darüber hinaus hat Kulturstaatssekretärin Mayer eine weiteren Lockdownbonus von € 1.000 für Künstler*innen in Aussicht gestellt. (Laurent Koepp)

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Im VCC Blog berichtet die Vienna Club Commission wöchentlich über ihre Arbeit, die damit nachvollziehbarer werden soll. Mehr zu Aufgaben und Arbeit des Pilotprojekts, das durch mica – music austria koordiniert und durch die Stadt Wien Kultur finanziert wird, findet sich hier.