
Nein, eines kann man von diesem Zweiergespann definitiv nicht sagen: Ein Blatt vor den Mund nimmt es sich nicht. Was Anna Anderluh (Gesang, Beatbox) und Helgard Saminger (Querflöte, Akkordeon, Gesang) tun, ist, dem von Sexismus durchdrungenen und von einer unendlichen Dummheit geleiteten ländlichen wie auch städtischen Kleingeist den Spiegel vorhalten, und das auf eine unverhohlen direkte, radikale und manchmal auch absurde Weise. Die beiden im Jazz ausgebildeten Gewinnerinnen des diesjährigen Linzer Lautstark-Bandwettbewerbs (zur Jury zählten unter anderem Parov Stelar, Der Nino aus Wien, Gerard, Mika Vember, Austrofred, Shantel) ecken, ohne auch nur eine Sekunde ins Banale zu verfallen, genüsslich an und kümmern sich recht wenig um das, was andere über sie sagen oder von ihnen halten.
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Aber es sind nicht nur die wunderbar bösartigen und entlarvend-kritischen Texte, mit denen HANS zu punkten wissen. Auch musikalisch gehen Anna Anderluh und Helgard Saminger überaus originell, kreativ und ideenreich an die Sache heran. Eine Querflöte, ein Akkordeon, diverse elektronische Spielerein und eine Beatbox bilden das Instrumentarium, aus denen sie sich ihr sehr feines und reduziertes Klanguniversum zusammenbasteln. Stilistisch lassen sich die Stücke von HANS irgendwo zwischen Pop, Soul, Hip Hop, Trip Hop, Jazz, Volksmusik und Elektronik verorten. Garniert mit einer ordentlichen Portion Eigenwilligkeit und allerlei anderem Schrägen entstehen aus dieser vielschichtigen Mischung Nummern unterschiedlichster Akzentuierung. Keiner ihrer Songs klingt wie ein anderer, jeder geht in eine andere musikalische Richtung, was natürlich erfreulicherweise jede uninspirierte Wiederholung ausschließt.
HANS zeigen auf recht eindrucksvolle Art, was es heißt, fern von allem musikalischen Einheitsbrei einmal wirklich etwas anderes zu versuchen. Es bleibt zu hoffen, dass man von diesem Zweiergespann auch in Zukunft noch so einiges zu hören bekommt.
Michael Ternai
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