Bild Klangforum Wien
Klangforum Wien (c) Lukas Beck

Der Klang nach Seide

Wie klingt die chinesische Schalenhalslaute im Ensemble? Das Klangforum Wien präsentiert neue Werke von KomponistInnen, die darauf faszinierende künstlerische Antworten gefunden haben. Das Konzert ist die Fortsetzung eines internationalen Austauschprojekts für Neue Musik zwischen Österreich und China, das heuer erstmals in Wien gastiert. Der Abend lädt dazu ein, tief in eine west-östliche Farbenwelt einzutauchen.

In den Werken von sechs KomponistInnen wird an diesem Abend in das Spannungsfeld chinesisch – westlicher Klang- und Musikwelten eingetaucht.

Programm

In Manuela Kerers “oscillare” (UA) wird der neuronale Informationsaustausch im Gehirn klanglich nachvollzogen. Die Komponistin stellt im Werk die Frage, ob neuronale Rhythmen eine Folge von Gehirnaktivität oder ihre Grundlage sind.

Sehyung Kim „zoomt“ in „Sijo_310516“ (UA) immer tiefer in die Strukturen und Texturen eines Themas hinein. Das klassische dreizeilige Gedicht Sijo dient als Ausgangspunkt eines Variationszyklus in dem jeder Abschnitt die Mitte des vorherigen zum Ausgangspunkt nimmt, bis schließlich der Ausgangszustand wieder erreicht wird.

In Richard Dünsels „der zeiten spindel I“ (UA) wird ein assoziativer Zugang zu Charles Baudelaires Gedicht „De Profundis“, der Erzählung „Lenz“ von Georg Büchner, sowie zu den Bildern „Rückkehr der Jäger“ von Peter Brueghel und „Dunkle Landschaft mit Regenbogen“ von Caspar David Friedrich gefunden. Die „entscheidende weitere Farbe in diesem sonst so abendländisch geprägtem Werk“, so der Komponist, verleiht dem Werk „zusätzliche Perspektive und Dimension“.

In Christoph Renharts „miroirs noirs“ (UA) wird aus der Obskurität verschwommener Schatten ein Strom immer wieder erfolgsloser Kulminationen geformt, der schlussendlich in „Katarakten der Zeit“ zerrieben wird und versiegt.

Von Xu Shuyas, akademischer Direktor des Shanghaier Musik-Konservatoriums, wird „In Nomine III“ zu erleben sein. Abgeschossen wird das Konzert mit Beat Furrers „Lied“, in dem Violine und Klavier keinen gemeinsamen Rhythmus finden: Aus der Divergenz scheint das Anfangsmotiv Schuberts „Auf dem Flusse“ aus der Winterreise hindurch zu klingen.

Weitere Informationen

Das Konzert findet in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (ÖGZM), dem Österreichischen Komponistenbund (ÖKB) und dem Klangforum Wien statt.

Es spielt das Klangforum WienGunde Jäch-Micko (Violine), Florian Müller (Klavier), Pei Ju Tsai Hellmich (Pipa). Clement Power dirigiert.

Wann: 31.10.2016, 20:00 – 22:00

Wo: Konzerthaus Wien, Berio-Saal

Karten: 10, 20 und 36 €, hier kaufen: konzerthaus.at/konzert/eventid/54171
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