Bild Hubert von Goisern
Bild Hubert von Goisern (c) Konrad Fersterer

Der Hubert von Goisern Kulturpreis 2020

Besondere Zeiten, so hört man es in diesen Tagen immer wieder, erfordern besondere Maßnahmen. Zum einen kann, bedingt durch die aktuelle Situation, die Verleihung des diesjährigen Hubert von Goisern Kulturpreises nicht im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung stattfinden, bei der die Preisträger*innen vor Publikum geehrt werden. Zum anderen hat das derzeitige Lahmliegen des kulturellen Lebens in Österreich die unmittelbare Folge, dass gerade Kulturschaffende oft existenziell durch wegfallende Gagen und Honorare bedroht sind. Letzteres hat Hubert von Goisern dazu bewogen, für das Jahr 2020 das Preisgeld zu verdoppeln und neben fünf Kulturpreisträger*innen auch fünf Förderpreisträger*innen auszuzeichnen. Aus über 170 Bewerbungen aus ganz Österreich wählte eine dreiköpfige Jury also zehn spannende Projekte aus den verschiedensten kreativen Richtungen aus. Überbracht wurde den Gewinner*innen die frohe Botschaft per Telefonanruf, was die Freude über die Auszeichnung keineswegs geschmälert hat.

Den Hubert von Goisern Kulturpreis 2020 (je EUR 4.000,00) erhalten:

Maria Bichler / Oberösterreich

Bei dem Projekt „Eat the Artist” bietet die Künstlerin ihr Selbstportrait aus Vogelfutter als Nahrungsquelle an. Vögel können sich stückchenweise, einen Sommer lang die Künstlerin genüsslich bis zur Gänze einverleiben. Maria Bichler, geboren in Schwaz/Tirol, studierte Bildhauerei an der HTL in Innsbruck sowie Plastische Konzeptionen / Keramik an der Kunstuniversität Linz und Kunst im Kontext an der Universität der Künste in Berlin.
www.mariabichler.at

Julia Lacherstorfer / Oberösterreich

Mit dem Projekt „Spinnerin“ wird die weibliche Perspektive in unserem Liedgut mehr ins Bewusstsein gerückt. Es soll einen Beitrag leisten, um die Volksmusikforschung und das Material der Archive ein wenig weiblicher und somit diverser zu gestalten. Aufgewachsen und volksmusikalisch geprägt in Bad Hall, Oberösterreich, studierte Julia Lacherstorfer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien undder Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Sie schloss Ihren Bachelor of Arts im Bereich Jazz und improvisierte Musik sowie Violine mit Auszeichnung ab und arbeitet seit 2011 als freischaffende Musikerin und Komponistin.
www.julialacherstorfer.at

Stefan Tiefengraber / Oberösterreich

Als Teil des Vereins zur Förderung von Klangkunst und künstlerischen Experimenten organisiert Stefan Tiefengraber im Tresor Linz, Klangkunst-Konzerte. Sein Schaffen basiert hauptsächlich auf ehrenamtlicher Arbeit, getrieben von der Motivation, diesen einzigartigen Raum direkt am Hauptplatz in Linz für Klangkunst und andere Experimente zu öffnen. Stefan Tiefengraber, geboren in Baden bei Wien, lebt und arbeitet in Linz; seine künstlerische Arbeiten reichen von Audio-Video Noise Performances über Video-und interaktive Installationen bis hin zu zeitbasierten Arbeiten wie Experimental-Videos.
www.stefantiefengraber.com

Jesse Grande / Tirol

Jesse Grande ist Musikant und Theologe. Nach seiner Komposition „Zuggersiaß“ und der Gründung der Band JESSE wird er heuer erstmals eine LP veröffentlichen. Grande ist Obmann der Innsbrucker Kulturinitiative LoR., welche die genreübergreifende Förderung der jungen Tiroler Musikszene bezweckt. Zu den Formaten des Vereins zählen der Musikstammtisch im Treibhaus, die Konzertreihe „Around the Block“, eine Radiosendung auf Radio FREIRAD und derzeit das Streaming-Programm LoR. TogetherAtHome mit Spendenkonto für die auftretenden Bands.
www.alphonsae.com

Florian Kreier / Deutschland

Musik und Literatur wirken gleichwertig in Kreiers Arbeit: Sie befruchten und ergänzen sich gegenseitig. Florian Kreier wurd ein Traunstein/D geboren. Neben dem Hauptprojekt Angela Aux spielt er in verschiedenen Bands (Aloa Input, Sepalot Quartet, Midnight Embassy). Sein Ziel ist es, Menschen zu erreichen und dabei wichtige Gefühle und seelische Impulse in eine zukunftsfähige Form zu übersetzen. In Kreiers Kunst geht es um Liebe, Sexualität, Widerstand, Rebellion, Transzendenz – und vieles mehr.
www.angela-aux.com

Den Hubert von Goisern-Förderpreis 2020 (je EUR2.000,00) erhalten:

Andreas Huber / Oberösterreich

Andreas Huber ist Orchesterschlagwerker; Fagottist, Komponist und Musikpädagoge. Er unterrichtet Schlagwerk an der LMS Enns und betreut ein inklusives Schlagwerkensemble. Bei dem Projekt Time Warp – „ein exklusives inklusives” Tanztheater mit Livemusik, werden nicht nur beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder „zusammengeführt”, sondern auch Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters. Mit Hilfe der Musik haben junge Menschen hier die Möglichkeit Barrieren zu überschreiten und gemeinsam etwas zu schaffen.
www.lms-enns.at/index-time_warp

Claudia Schwab / Irland

Geboren in der Steiermark und seit mehr als 15 Jahren in Irland wohnhaft, ist für Claudia Schwab die Verbindung von irischer und österreichischer Musik ein zentrales Anliegen; Sie verfasste ihre Dissertation zum Thema „In The Place Of Sound-The Musical Imagination of a Trans-Cultural Home Base”.
www.claudiaschwab.com

Chez Fría / Salzburg

Das Projekt Chez Frı́a steht für eine junge, aufstrebende Musikergeneration, die die Salzburger Kulturszene in Zukunft mit prägen wird – mit einer Mischung aus versiertem musikalischen Können, jugendlicher Unverdrossenheit und visionärer Experimentierfreudigkeit.
www.facebook.com/chezfriamusic

OTTO Kulturgenossenschaft / Oberösterreich

Die OTTO Kulturgenossenschaft schafft und ermöglichtlokale und regionale Angebote. Der Blick dabei ist international. Sie siehteinen intakten Kunst,-und Kulturbetrieb in ländlich geprägten Gebieten nicht nur als „Zuckerl“ , sondern als Humus für Gemeinschaft, die trägt; Die Genossenschaft will den „Alten Postsaal” als „Neuen Postsaal” wieder aufbauen.
www.otto-kulturgenossenschaft.at

Jan Langer / Südtirol

Jan Langer, geb. in Meran, macht Landart, also Kunst in der Natur. Er schafft vergängliche Kunst aus Naturmaterialien, die er findet, fotografiert die Kunstwerke nach ihrer Vollendung und übergibt sie anschließend wieder der Natur.
www.landart.vision

 

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Hubert von Goisern Kulturpreis