Bild Der Nino aus Wien
Der Nino aus Wien (c) Michael Breyer

Der etwas andere Wiener Liedermacher – Der Nino aus Wien

Im Jahr 2009 mit der Nummer „Du Oasch“ quasi über Nacht auf der Bildfläche der Wiener Musikszene erschienen, darf der Singer/Songwriter und Literat DER NINO AUS WIEN nach mittlerweile acht durch die Bank hervorragend rezensierten Alben, etlichen Chartplatzierungen, unzähligen ausverkauften Konzerten und der verdienten Auszeichnung mit dem Amadeus Austrian Music Award 2016 in der Kategorie „Alternative Pop / Rock“ ohne weiteres zur deren absoluten Speerspitze gezählt werden.

Spricht man von den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Wiener Popmusik der Gegenwart, kommt man an der Erwähnung seines Namens auf keinen Fall vorbei. Der Nino aus Wien – bürgerlich Nino Mandl – zählt unter anderem neben Willi Resetarits und Ernst Molden zu jenen österreichischen Liedermachern, die den Wiener Dialekt im Pop wieder salonfähig und einem größeren Kreis zugänglich gemacht haben. Und das ohne sich auch nur in irgendeiner Art und Weise dabei vor dem, was man heutzutage dem Austropop der alten Schule zugerechnet wird, in tiefster Ehrerbietung zu verbeugen.

Kantiger Wiener Pop mit poetischer Note

Es ist nicht so, dass Der Nino aus Wien dem Austropop nichts abgewinnen kann. Ganz im Gegenteil. Er mag die Lieder eines André Heller, eines Georg Danzer oder Wolfgang Ambros. Nur ist er ganz weit davon entfernt, sich in deren Tradition zu verstehen. Musikalisch hat der 1987 in Hirschstetten in Wien geborene Beatles-Verehrer einen anderen Pfad gewählt und zwar einen, der mehr an die legendären angloamerikanischen Liedermacher erinnert. Sprich mehr Folk und auch ein wenig mehr Rock, eben garniert mit dieser speziellen melancholischen und versteckt humorvollen Wiener Note, die er wie kaum ein anderer poetisch und authentisch in Worte zu fassen versteht – wie man auch auf seinen bislang letzten Veröffentlichungen (der Kompilation „Immer noch besser als Spinat“ und der EP „Adria“) sehr schön hören kann.

Abseits jedes Mainstreams

Zudem zeigt sich der heute 29-Jährige auch nicht wirklich als Erfüllungsgehilfe des gängigen Popmainstreams. Selten entsprechen seine Lieder tatsächlich dem üblichen Radioformat. Ihm ist es viel wichtiger, seine kleinen und großen Geschichten über das Leben, seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse auf seine eigene, unangepasst kantige, spitzzüngige und nicht dem Schema F folgende Art zu erzählen. Ganz nebensächlich scheint ihm überhaupt das Schreiben eines Hits zu sein, der rein auf den Massengeschmack ausgerichtet ist. Irgendwie würde ein solcher auch nicht wirklich zu dem eher schüchtern wirkenden Künstler passen. Der Song „Du Oasch“ ist ihm daher einst vermutlich auch mehr passiert, als dass er tatsächlich als großer türöffnender Erfolg geplant war.

Bei Nino aus Wien verhält sich also vieles anders. Und genau das macht ihn zu einem so spannenden und einzigartigen Künstler. Er spielt deutschsprachigen Pop aus Österreich, ohne wirklich am Austropop anzustreifen, er kommt im Radio unter, ohne wirklich radiotauglich zu sein, er verzichtet auf jedes Schauspiel und liefert dennoch ein großes Kino ab, man weiß, was man von ihm bekommt, wird aber eigentlich immer wieder aufs Neue überrascht. Mit so einem facettenreichen Liedermacher hat man es in der Tat nur sehr selten zu tun.

Michael Ternai

Der Nino aus Wien live
09.09. Herbstlärm-Festival, St. Johann im Pongau
17.09. Stadtschall Festival, Schrobenhausen (D)
29.09. Stadtsaal, Wien
30.09. Steirischer Herbst, Leibnitz
01.10. Steirischer Herbst, Graz
07.10, Steirischer Herbst, Allerheiligen bei Wildon
08.10. Steirischer Herbst , Leutschach

Links:
Der Nino aus Wien
Der Nino aus Wien (Facebook)