Daze Work (c) Carolin Bohn

DAZE WORK – „The Rest Is Noise“

Die vollkommene Abkehr vom Sound des durchproduzierten leblosen Pop der Gegenwart: Genau diese vollzieht die steirische Combo DAZE WORK auf ihrem neuen Album „The Rest Is Noise“ (Pumpkin Records). Und das auf eine ausgesprochen lässige Art und Weise.

Daze Work spielen nicht viel um den heißen Brei herum, sondern kommen ohne Umwege auf den Punkt. Was auf „The Rest Is Noise“ angesagt ist, ist mit Noise aufgeladener Punk in Reinkultur, schnell, räudig, kantig, ungehobelt und so fern von jeder Art glatt poliertem Mainstream entfernt wie die Sonne vom Neptun. Das Schöne an den Nummern von Lisa Kaufmann (Gesang, Gitarre), Christoph Schnabl (Gitarre, Gesang) und Markus Werth (Schlagzeug) ist, dass sie trotz ihrer vermeintlichen Einfachheit überraschend abwechslungsreich, vielschichtig und mit einer ganz eigenen schrägen Note aus den Boxen schallen.

Eine abwechslungsreiche punkige Note

Albumcover The Rest Is Noise
Albumcover “The Rest Is Noise”

Die Band aus Graz arbeitet viel mit Tempowechseln und schraubt eigentlich in jedem Song ständig am Energielevel herum. Von laut geht es auf leise und zurück, harte und wunderbar unsauber klingende Gitarrenriffs wechseln sich im Takt mit melodiösen Gesangparts ab, ein aggressiver Ton wird zu einem melancholischen oder rotzfrech lässigen und, und, und. Aber es ist nicht allein die große musikalische Vielfalt, die „The Rest Is Noise“ aus der Masse der vielen, vielen Veröffentlichungen aus dieser musikalischen Ecke heraushebt. Aufregend macht das Album auch Sängerin Lisa Kaufmann, die mit ihrer wirklich starken, variantenreichen und zwischen clean und Geschrei wechselnden gesanglichen Performance dem Geschehen zusätzlichen Charakter und vor allem auch eine musikalische Unverkennbarkeit verleiht.

Daze Work haben in Sachen musikalischer Unangepasstheit ihre Hausaufgaben auf jeden Fall mit Bravour erledigt. „The Rest Is Noise“ weiß ordentlich Stimmung zu entwickeln und in hohem Maße mitzureißen. Man hört, dass man es hier mit einer Truppe zu tun hat, die sich nicht wirklich um musikalische Schönheit schert, sondern genau das tut, was sie will. Und genau dieser authentische und ungekünstelte Einschlag ist es auch, der den besonderen Reiz dieses Albums ausmacht.

Michael Ternai

Daze Work live
08.03. Club Wakuum, Graz — Album Release Konzert

Links:
Daze Work
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Pumpkin Records