David Helbock (c) Lynhan Balatbat

DAVID HELBOCK – „Playing John Williams“

Der junge Vorarlberger Jazzpianist DAVID HELBOCK veröffentlichte Ende August mit „Playing John Williams“ (ACT Music) sein viertes Solopiano-Album und zollte dabei einem seiner großen Einflüsse, dem Filmkomponisten John Williams, Tribut. Er bediente sich allseits bekannter Melodien aus Hollywood, reduzierte diese, nahm sie auseinander und setzte sie dann in „jazziger“ Freiheit wieder neu zusammen.

„E.T.“, „Der weiße Hai“, „Jurassic Park“, „Harry Potter“ und „Star Wars“: Fast alle kennen diese Filme und die damit verbundenen Melodien aus der Feder des wohl einflussreichsten Filmkomponisten unserer Zeit. Ganze Generationen wuchsen mit diesen Blockbustern und der dazugehörigen Musik auf, haben diese unterbewusst verinnerlicht und so zu einem musikalischen und kulturellen Phänomen gemacht. Für David Helbock ist dieses Phänomen folgendermaßen zu erklären: „Im Kern ist er [John Williams] vor allem ein großer Melodienschreiber. Diese treffen einen mitten ins Herz und lösen Emotionen aus.“

Die Essenz ist die Melodie

Auf dem aktuellen Album werden diese Melodien jedoch nicht einfach nachgespielt, sondern mit einer neuen, im Jazz zu verortenden Herangehensweise bearbeitet. Reharmonisierungen, Veränderungen der Taktart und virtuose Spielarten am Klavier – beispielsweise werden Saiten abgedämpft oder gestrichen oder das Innere des Klaviers wird als Perkussionsinstrument verwendet – finden sich in den Stücken wieder. Trotz eines stilistisch veränderten Zugangs sind die Essenz der Titel, das Thema, die Melodie immer wieder gegenwärtig und mehr oder weniger deutliche Ausgangspunkte des Dargebotenen. David Helbock zeigt sich im Umgang mit diesen ikonischen Werken intuitiv und improvisatorisch, geht hier neben den Hauptmelodien vor allem auch den von den jeweiligen Filmen ausgelösten Emotionen nach und lässt dabei die altbekannten Filmthemen in neuem Gewand strahlen. So startet beispielsweise das Jurassic-Park-Thema dem Original zum Verwechseln ähnlich, kreiert dann aber nach einigen Sekunden eine deutlich düstere Atmosphäre, um anschließend in einen swingenden Groove mit Melodie- und Improvisationselementen zu wechseln. Dieser Groove gibt dem Thema eine ganz eigene Dynamik und Energie, was die ZuhörerInnen trotz Bekanntem aufhorchen lässt und in eine Welt zwischen den zitierten Blockbustern und David Helbocks außergewöhnlichem Klavierspiel eintauchen lässt.

So startet beispielsweise das „Jurassic Park“-Thema dem Original zum Verwechseln ähnlich, kreiert dann aber nach einigen Sekunden eine deutlich düstere Atmosphäre, um anschließend in einen swingenden Groove mit Melodie- und Improvisationselementen zu wechseln. Dieser Groove gibt dem Thema eine ganz eigene Dynamik und Energie, was den Zuhörer trotz Bekanntem aufhorchen lässt, und in eine Welt zwischen den zitierten Blockbustern, und David Helbocks außergewöhnlichem Klavierspiel tauchen lässt.

„Playing John Williams“ ist ein überaus gelungenes Album, welches sich durch die Liebe zu Filmkompositionen und zu virtuosem Klavierspiel auszeichnet. Helbock ist es dabei gelungen, zwei musikalische Welten – nämlich die der orchestralen, auskomponierten Filmmusik und die des improvisierten Jazz – zu verbinden und verschmelzen zu lassen. Ein außergewöhnlich interessantes Werk!

Alexander Kochman

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David Helbock „THE MUSIC OF JOHN WILLIAMS“ live
28.10. Jazzclub Ferrara, Ferrara (IT)
05.11. Chodovská tvrz, Culturcenter, Prag (CZ)
06.11. Tube´s, Graz (AT)
07.11. Kirche in Schulzendorf, Schulzendorf (DE)
08.11. Halle 424, Hamburg (DE)
09.11. Jazzclub Alluvium, Oldenburg (DE)
18.11. London Jazzfestival, Lunch Gig, London (UK)
19.11. Jazztage Dresden, Dresdner Pianosalon (DE)
20.11. Villa Rosenthal, Jena (DE)
23.11. Klangraum, Waidhofen an der Ybbs (AT)
26.11. House Concert in Jerusalem (ISR)
27.11. Terminal 4 Music Club, Tel Aviv (ISR)
06.12. Kulturbahnhof, Langenau (DE)
07.12. Werner Richard Stiftung, Herdecke (DE)
11.12. Pianohaus Flöck, Koblenz (DE)
12.12. Salmensaal, Offenburg (DE)
13.12. Jazzinstitut, Darmstadt (DE)
19.12. Konzerthaus, Berlin (DE)
20.12. Porgy&Bess, Wien (AT)

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ACT Music